„Ampelradar“ wird ausgebaut

An sechs Kreuzungen in Wien sind sogenannte Rotlichtüberwachungsanlagen im Einsatz. Im Vorjahr wurden 20.000 Lenker angezeigt, weil sie bei Rot über eine Kreuzung fuhren. Die Polizei will das System ausbauen.

Das Ziel sei es nicht, endlos die Zahl der Anzeigen zu steigern, betonte der Leiter der Verkehrspolizeilichen Abteilung, Peter Goldgruber, besonders. Vielmehr gehe es darum, „die Autofahrer dazu zu bringen, nicht bei Rot über die Kreuzung zu fahren“. Es gehe einerseits um Verkehrssicherheit, also darum, schwere Unfälle zu vermeiden, und andererseits um die Beeinflussung des Verkehrsflusses. Goldgruber. „Jeder ärgert sich, wenn er Grün hat und nicht fahren kann.“

Dass das Überfahren einer Kreuzung bei Rot kein Kavaliersdelikt ist, wissen tausende Autofahrer spätestens seit der Einführung des „Ampelradars“, wie es der Volksmund nennt. Doch die Bezeichnung ist falsch, denn die Anlagen verwenden keine Radarwellen. Auf der Fahrbahn sind Sonden im Boden montiert. Das System wird scharf gestellt, wenn die Ampel Rot leuchtet. Wer dann über diese Sonden fährt, löst ein elektronisches System aus und wird fotografiert.

Autos fahren bei Rotlicht.
APA/Helmut Fohringer

Eine Kreuzung sticht besonders heraus

An einer Kreuzung geschah dies im ersten Halbjahr 2011 besonders oft: An der Kreuzung Altmannsdorfer Straße/Sagedergasse wurden 10.000 Autofahrer fotografiert und gestraft. Das sind weit mehr als an den restlichen fünf Standorten in Wien. Laut Goldgruber liegt das vor allem daran, dass es sich dabei um die letzte ampelgeregelte Kreuzung vor der Autobahnauffahrt handelt: „Da haben es viele Autofahrer schon so eilig, dass sie das rote Licht dann nicht mehr beachten.“

Standorte von Ampelüberwachungsanlagen

  • Kreuzung Altmannsdorfer Straße/Sagedergasse
  • Schottenring vor dem Franz-Josefs-Kai
  • Kreuzung Reinprechtsdorfer Straße/Schönbrunner Straße
  • Kreuzung Universitätsstraße/Währinger Straße
  • Kreuzung Währinger Gürtel/Nußdorfer Straße
  • Neubaugürtel vor der Felberstraße

Im Vorjahr gab es an allen Standorten insgesamt etwa 20.000 Anzeigen wegen Nichtbeachtung des roten Ampellichts. Es wird erwartet, dass diese Zahl auch heuer wieder erreicht wird.

Polizei arbeitet an Ausbau

Die Polizei spricht davon, dass sich die Überwachung bewährt hat, " weil wir festgestellt haben, dass die Übertretungen um etwa 50 Prozent zurückgegangen sind", so Goldgruber. Es gebe aber einen bestimmten Prozentsatz von Autofahrern, die sich auch von Strafen nicht davon abhalten lassen, bei Rot über die Kreuzung zu fahren.

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Derzeit sind nicht alle sechs Standorte aktiv. Laut Goldgruber werden verschiedene Kamerasysteme verwendet, die abwechselnd an den Standorten eingesetzt werden. Daher werde nicht jede Richtung an den Standorten ständig überwacht. „Wir sind aber dabei, alle Standorte mit Systemen auszustatten“, so Goldgruber. Das solle in „sehr absehbarer Zeit“ passieren. Weitere, neue Standorte werden ständig überlegt, das sei natürlich auch eine Frage der Finanzen. Wo es etwa immer wieder zu schweren Unfällen kommt, werde es auch neue Überwachungsanlagen geben.

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