Wirtschaftsbund für neue Linie U5

100 Ideen zur Stärkung der Wirtschaft hat der Wirtschaftsbund gemeinsam mit Unternehmen gesammelt. Enthalten sind dabei unter anderem die Schaffung von „Begegnungszonen“ und eine neue U-Bahn-Linie U5 vom Hauptbahnhof nach Dornbach.

Als „Begegnungszonen“ sieht das Konzept Straßenabschnitte, die ein faires Miteinander aller Verkehrsteilnehmer ermöglichen sollen. Das bedeutet, dass es eine uneingeschränkte Zu- und Abfahrt des Lieferverkehrs, ein Tempo-Limit von 20 km/h, Parken auf gekennzeichneten Stellen sowie die Benutzung der Fahrbahn durch Fußgänger geben soll.

Vorstellbar sei die Umsetzung dieses Konzepts etwa auf der Wiener Mariahilfer Straße, sagte Brigitte Jank, Präsidentin der Wiener Wirtschaftskammer und Obfrau des Wirtschaftsbundes: „Wir haben dies am Runden Tisch bei den Gesprächen um die Gestaltung der Mariahilfer Straße eingebracht.“

Mariahilfer Straße
ORF.at/Julia Hammerle
In der Mariahilfer Straße könnten laut Wirtschaftsbund „Begegnungszonen“ entstehen

Bessere Verkehrsanbindung durch U5 gefordert

Der Wirtschaftsstandort Wien soll nach den Vorstellungen des Wirtschaftsbundes zudem durch eine verbesserte Verkehrsanbindung vom Hauptbahnhof nach Dornbach attraktiver gemacht werden. Konkret geht es dabei um die Umsetzung der - laut Wirtschaftsbund bereits 1966 erstellten - Modelle einer U-Bahn-Linie U5, die auch von der Rathaus-ÖVP regelmäßig gefordert wird.

Die Strecke würde vom Hauptbahnhof über die Josefstadt bis nach Dornbach verlaufen. Auf die Frage, wie realistisch eine solche Umsetzung sei - nachdem die zuständige Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) zuletzt bekanntgegeben hatte, sich mehr auf den Ausbau des Straßenbahnlinien-Netzes zu konzentrieren - sagte Jank: „Ich sehe hier kein Entweder/Oder, sondern den Bedarf nach mehr Bewegung.“

Von möglichen Plänen, die den Ausbau der U-Bahn betreffen, berichtete in der Vorwoche auch die Wiener Zeitung. Dabei war von dem Projekt einer U5 ab Hernals und einer Verlängerung der U2 zum Wienerberg die Rede.

Gesundheitsviertel für Währing

„Wien zeichnet sich durch eine hohe Produktivität aus und ist wenig konjunkturabhängig“, meinte Peter Huber vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) bei der Präsentation der 100 Ideen. Die Herausforderungen für die nächsten Jahre lägen in der Sicherung des Forschungsstandorts und in der Clusterbildung. Die Bundeshauptstadt verfüge zurzeit nämlich nicht über ein ausgeprägtes Spezialisierungsmuster, also über Leitbetriebe in einer bestimmten Branche.

Jank präsentierte dazu zwei Vorschläge: In Währing soll ein Gesundheitsviertel und in Heiligenstadt ein BioTechPark entstehen. In beiden Gebieten seien bereits einschlägige Unternehmen angesiedelt, allerdings sei noch keine Clusterbildung erkennbar. Die genannten Viertel sollen mit einer Sparte assoziiert werden. Im 18. Bezirk könne die Nähe zum AKH genutzt werden, hieß es. In Heiligenstadt könnte durch die Nähe zur Universität für Bodenkultur und zu Betrieben der Biotechnologie die Errichtung eines BioTechClusters forciert werden.

Die 100 Ideen, die der Wirtschaftsbund gemeinsam mit über 1.000 Unternehmern gesammelt hat, versteht Jank als „Arbeitsprogramm für die nächsten Wochen und Monate, um es dann auf Bezirks-, Stadt- und Bundesebene zu verwirklichen“.

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