Mariahilfer Straße: Mehrheit gegen Umbau?

Die Wiener ÖVP spricht sich einmal mehr gegen eine Neugestaltung der Mariahilfer Straße zwecks Verkehrsberuhigung aus. Bestätigt sieht sie sich durch eigens in Auftrag gegebene Umfrage. Demnach sind 63 Prozent der Anrainer für den Status quo.

Die Bewohner von Mariahilf und Neubau hatten kürzlich per Post einen ÖVP-Fragebogen zugesandt bekommen. Insgesamt wurden 30.000 Kuverts verschickt und bis dato gut 3.000 an die Volkspartei retourniert. Die Bürger wurden gefragt, ob sie prinzipiell Änderungsbedarf auf der Mariahilfer Straße sehen und wenn ja, welche Umgestaltung sie sich wünschen.

Nur zehn Prozent der Karten kamen zurück

Knapp zwei Drittel der Teilnehmer wollen die „Mahü“ so belassen, wie sie ist, besagt zumindest die von der ÖVP initiierte Anrainerbefragung. Allerdings: Die Rücklaufquote der ausgesandten Fragekarten lag bei lediglich etwas mehr als zehn Prozent. Der Chef der Rathaus-Schwarzen, Manfred Juraczka, interpretierte die Teilnahme am Mittwoch nichtsdestotrotz als „durchaus repräsentative Quote“.

Jeder Fünfte plädierte hingegen für eine Fußgängerzone. Für Einbahnlösungen, Shared-Space-Varianten oder eine „Fuzo“ mit Radfahrerlaubnis sprachen sich jeweils nur wenige Prozent aus.

Sorge um Wirtschaft

Für Juraczka sprechen die Antworten eine klare Sprache: „Hände weg von ideologischen Experimenten.“ Schließlich sei die Mariahilfer Straße mit einem Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro eine funktionierende Einkaufsstraße. Klubchef Fritz Aichinger, der auch Bezirksparteiobmann in Neubau ist, ortete Gefahr, dass bei einer Reduktion des Autoverkehrs - dies wird von der grünen Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou angepeilt - die Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen werde.

Die Shoppingmeile sei jetzt schon mit teils zehn Meter breiten Gehsteigen ausgestattet. Im Falle einer Sperre für Pkw würden sich trotzdem die Leute an den Rändern aufhalten, da sie ja in die Auslagen schauen wollten, prognostizierte Aichinger.

Grüner Ärger über Umfrage

Die Wiener Grünen übten heftige Kritik an der Umfrage geübt. Die ÖVP sei zur „populistischen Autofahrerpartei“ mit rückwärtsgewandter Politik geworden, so der grüne Verkehrssprecher Rüdiger Maresch in einer Aussendung: „Es ist kein Zufall, dass bei einer ÖVP-Umfrage herauskommt, dass alles so bleiben soll, wie es ist.“ Ginge es nach den Schwarzen, „hätten wir immer noch das Biedermeier“.

FPÖ-Planungssprecher Anton Mahdalik forderte indes einen Stopp der „sündteuren Pläne, die größtenteils aus verschwitzten Radwegfantasien der Grünen bestehen“. Um zu erfahren, dass Anrainer und Wirtschaftstreibende mit großer Mehrheit gegen eine „Verschlimmbesserung“ der Mariahilfer Straße seien, hätte es nicht zwingend einer Befragung bedurft, so der blaue Mandatar in Richtung ÖVP.

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