Immer mehr fahren öffentlich

Immer höhere Treibstoffpreise, verdoppelte Parkgebühren, täglicher Stau: offenbar Gründe genug für immer mehr Menschen, öffentliche Verkehrsmittel zu benützen. Das ist nicht nur in Wien und bei den Wiener Linien spürbar, sondern auch im Umland und bei den ÖBB.

Rund 380.000 Wienerinnen und Wiener besitzen eine Jahreskarte der Wiener Linien. Allein im vergangenen Jänner wurden rund 8.000 Jahreskarten mehr verkauft als im Jänner des Vorjahres - mehr dazu in Rekord bei „Öffi“-Jahreskarten.

Jahreskarten können sich auch positiv auf die Brieftasche auswirken. Bei längeren Strecken beträgt die jährliche Ersparnis durch den Umstieg auf Bus, Straßenbahn oder U-Bahn Hunderte Euro, rechnen die Wiener Linien vor: Wer etwa in Hütteldorf wohnt und im Donauspital arbeitet, verbraucht pro Jahr Benzin im Wert von rund 1.200 Euro. Zum Vergleich: Die Jahreskarte der Wiener Linien kostet 365 Euro pro Jahr und inkludiert unbegrenzte Fahrten in Wien.

Straßenbahn der Linie 41
Wiener Linien
Straßenbahn der Linie 41

Mehr Fahrgäste auch bei den ÖBB

Dass öffentliche Verkehrsmittel immer mehr für den Weg zur Arbeit genutzt werden, zeigt sich nicht nur in Wien, sondern auch im Umland. So kauften Pendler aus Niederösterreich und dem nördlichen Burgenland heuer im Jänner immerhin um 2.000 Jahreskarten der Wiener Linien mehr als im Jänner des Vorjahres.

Steigende Fahrgastzahlen verzeichnen auch die ÖBB. Auf der Ostbahn gibt es gegenüber dem Vorjahr ein Plus von sieben Prozent, am Marchegger Ast fünf und bei der Südbahn immerhin drei Prozent mehr Fahrgäste. Der Anstieg macht sich aber im gesamten Verkehrsverbund Ostregion (VOR) bemerkbar - mehr dazu in Hoher Spritpreis führt zu „Öffi“-Boom(noe.ORF.at).

Geschätzte 200.000 Pendler täglich

Nach Schätzungen der Arbeiterkammer pendeln rund 200.000 Menschen nach Wien zum Arbeiten. Wie viele davon mit dem Auto bis zum Arbeitsplatz fahren, lässt sich nicht sagen. Der ÖAMTC geht aber von einem Großteil der Pendler aus. Als Konsequenz soll auch das „Park and Ride“-Angebot verbessert werden. Zuletzt hat die Stadt ja von günstigeren Garagen in Verbindung mit einer Jahreskarte gesprochen.

In Umfragen zeigte sich auch, dass die öffentlichen Verkehrsmittel wohl auch attraktiver werden müssen. So sprachen sich in einer ÖAMTC-Umfrage im Jänner 2012 etwa 75 Prozent der Befragten dafür aus, den öffentlichen Verkehr attraktiver und leistungsfähiger zu machen. In einer Studie der Arbeiterkammer forderten zudem fast 80 Prozent der befragten Pendler pünktlichere Verkehrsmittel.

Heftig kritisiert wurde auch der Komfort. Es müssten ausreichend Sitzplätze vorhanden sein. Niemand tausche freiwillig den Komfort eines klimatisierten Autos gegen einen überheizten Stehplatz in der Bahn, so der ÖAMTC.

Jahreskarte um 365 Euro

Ab Mai wird die Jahreskarte der Wiener Linien 365 Euro kosten. Wer mit dem Auto beispielsweise vom Reumannplatz in die Innenstadt zur Arbeit fährt, kommt im Jahr auf mehr als 370 Euro allein an Benzinkosten. Anschaffungs- oder Leasingkosten, Parkpickerl, Vignette, Versicherung und Reparaturen sind da noch gar nicht eingerechnet.

Und nicht zuletzt wird auch noch auf einen umweltfreundlichen Aspekt der öffentlichen Verkehrsmittel verwiesen: Wer mit Bus, Straßenbahn oder U-Bahn fährt, spart jährlich bis zu 1.500 Kilogramm CO2 ein.

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