Fünf Standorte für Deserteursdenkmal zur Auswahl

Die Stadt Wien hat fünf mögliche Standorte ausgewählt, an denen ein Denkmal für Deserteure der NS-Wehrmacht errichtet werden könnte. Alle Plätze sind in zentraler Lage. Die Gedenkstätte soll bis Ende 2013 errichtet werden.

Auf der Liste finden sich der Heldenplatz, der Ballhausplatz, der Julius-Raab-Platz bei der Urania, der Grete-Rehor-Park zwischen Parlament und Justizpalast und die Roßauer Lände. Eine Sprecherin von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) wollte die Auswahl nicht bestätigen, am 20. April wird die nächste gemeinsame Sitzung jener drei Arbeitsgruppen stattfinden, die sich mit der Umsetzung des Mahnmals beschäftigen.

Ob das Treffen bereits ein endgültiges Standortergebnis bringen wird, könne man aber derzeit noch nicht sagen, so die Sprecherin. Die Gedenkstätte soll jedenfalls bis Ende 2013 realisiert werden.

Entscheidung in den nächsten sechs Wochen

Thomas Geldmacher, Obmann des Personenkomitees „Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz“, das in die Gespräche eingebunden ist, zeigte sich in einem APA-Gespräch zuversichtlich, dass in den nächsten sechs Wochen eine Entscheidung fallen wird. Der 2008 gegründete Verein setzt sich für die „umfassende gesellschaftliche und juristische Rehabilitierung“ jener Menschen ein, die für ihren Widerstand oftmals mit dem Leben bezahlten.

Geldmacher plädiert weiterhin für den Heldenplatz. „Wenn man dessen vergangenheitspolitische Umdeutung ernst nimmt, müssen auch die Deserteure ein Teil des widerständischen Gedenkens sein“, argumentierte er. Die Roßauer Lände komme für das Personenkomitee keinesfalls infrage. Aufgrund des Verkehrslärms sei dieser Ort als Gedenkstätte nicht geeignet.

Nach der Standortentscheidung soll jedenfalls das Projekt international ausgeschrieben werden. Erste Finanzmittel für die Vorarbeiten in Höhe von 25.000 Euro wurden von der Stadt bereits genehmigt. Gebaut werden soll das Denkmal bis Ende 2013 - mehr dazu in Standortsuche für Deserteursdenkmal.

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