Billigere Öffi-Tarife in Kraft

Lange wurde darüber diskutiert, politisch sind die neuen Tarife der Wiener Linien nicht unumstritten. Doch mit dem heutigen Tag treten sie in Kraft. Bei den Fahrgästen scheint vor allem der neue Tarif für die Jahreskarten sehr gut anzukommen.

Der Ansturm auf die Vorverkaufsstellen ist enorm. Laut Wiener Linien leisten die Mitarbeiter Extraschichten, um alle Neubestellungen bearbeiten zu können.

Grafik Tarife
APA/Martin Hirsch

Mehr als 400.000 Wiener besitzen bereits eine Jahreskarte. Im ersten Quartal wurden über 15.000 Jahresnetzkarten verkauft, das sind dreimal mehr als vor einem Jahr. Allein im April wurden mehr als 10.000 neue Jahreskarten ausgegeben. Mit 1. Mai kostet die Jahreskarte 365 Euro, also quasi einen Euro pro Tag, statt bisher 449 Euro.

Die Wiener Linien empfehlen, auch die Möglichkeit zu nutzen, den Fahrkartenkauf über den Onlineshop abzuwickeln. Der Jahreskartenkauf ist auch bei 19 Vorverkaufsstellen in ganz Wien möglich. Die Ticketschalter bei den U-Bahn-Stationen Rochusgasse, Hütteldorfer Straße, Simmering, Ottakring, Heiligenstadt und Alterlaa haben zusätzlich bis 4. Mai ganztägig bis 18.30 Uhr geöffnet. Die Fahrt in das Kundenzentrum Erdberg ist für die Neuausstellung von Jahreskarten nicht notwendig.

Einzelfahrschein wird teurer

Wer bereits den vollen Betrag im Voraus für die Jahreskarte gezahlt hat, bekommt die Differenz im Mai nach Bekanntgabe der Kontonummer überwiesen. Wer monatlich zahlt, wird automatisch auf den neuen Tarif umgestellt. Auch die Monatskarte ist ab 1. Mai billiger, die Mitnahme eines Fahrrads in der U-Bahn ist jetzt gratis.

Die Wiener Linien hoffen auf einen Passagierzuwachs, obwohl andere Tickets teurer werden wie etwa der Einzelfahrschein mit nun zwei Euro, die Wochen- und die Streifenkarte. Alte Fahrscheine bleiben noch bis Ende des Jahres gültig.

Auch Schwarzfahrer müssen tiefer in die Tasche greifen. Wer erwischt wird, zahlt 100 Euro statt bisher 70 - mehr dazu in Keine Gnade für Schwarzfahrer.

„Einmalschmäh“ und „hervorragende Maßnahme“

Arg zerzaust werden die neuen Tarife von der Opposition. FPÖ-Verkehrssprecher Toni Mahdalik befürchtet, dass die Jahreskarte ab 2013 teurer wird. Er kritisierte auch, dass das Zwei-Fahrten-Ticket für Senioren von 2,30 auf 2,50 Euro und das Anspruchsalter für die Seniorenermäßigung von 60 auf 65 Jahre angehoben würden. Von einem „Einmalschmäh“ sprach auch Alfred Hoch von der ÖVP. Die SPÖ sei nur für eine Absenkung des Jahreskartenpreises gewesen, weil die Grünen dafür einer moderaten automatischen Anpassung zugestimmt hätten.

Die SPÖ spricht hingegen von einem hervorragenden Angebot an die Wienerinnen und Wiener. Die Preissenkung für die Jahreskarte der Wiener Linien sei klares Signal dafür, dass die rot-grüne Stadtregierung intelligente Mobilität bevorzuge. Für die Grünen ist der neue Tarif eine wichtige soziale Maßnahme, um mehr Lebensqualität für alle Wiener zu schaffen und einen weiteren Schritt in Richtung moderne, urbane Mobilität zu setzen, so David Ellensohn.

Falschparker müssen mehr bezahlen

Auch für den Individualverkehr gibt es neue Tarife. Mit 1. Mai wird auch der Strafzettel für Falschparker teurer. Es kostet dann 36 Euro statt wie bisher 21 Euro. Und wer sein Auto mit zwei Rädern auf dem Gehsteig abstellt, muss sogar 48 Euro zahlen statt 28.

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