Mariahilfer Straße ab 2013 autofrei?

Während der „Kurier“ in seiner Montag-Ausgabe von einem „Endspurt in der Mariahilfer Straße“ schreibt und Mariahilfs Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann auf eine Fußgängerzone schon 2013 hofft, lässt Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) den Termin offen.

Die Fußgängerzone komme nächstes Jahr: Davon ist Kaufmann fest überzeugt. Der Abschnitt zwischen Kirchengasse und Andreasgasse soll nun tatsächlich zu einer Fußgängerzone werden. Der Rest soll verkehrsberuhigt werden. Wie, das steht noch nicht fest, über die Details wird noch verhandelt. Nur die Kernzone soll bis jetzt feststehen.

Die Maximallösung würde vom Gürtel bis zur alten Zweierlinie reichen. Laut Kaufmann wahrscheinlicher ist allerdings, dass die Fußgängerzone Richtung Westen bis zur Stumpergasse und Richtung Osten bis zur Karl-Schweighofer-Gasse reicht.

Mariahilfer Straße
ORF.at/Julia Hammerle
Die wahrscheinlichste Lösung sieht eine Fußgängerzone zwischen Stumpergasse und Karl-Schweighofer-Gasse vor

Vassilakou lässt Zeitplan offen

Verkehrsstadträtin Vassilakou geht davon aus, dass der Abschnitt zwischen Kirchengasse und Andreasgasse zur Fußgängerzone wird. „Das ergibt sich sehr einfach. Überall sonst gibt es Garageneinfahrten“, sagte sie gegenüber der APA. Aber: „Es müssen beide Bezirksvertretungen darüber abstimmen, und ich kann jetzt keinen Vorgriff auf die Entscheidungen machen“, ließ sie auch andere Möglichkeiten offen.

Wann Teile der Mariahilfer Straße zur Fußgängerzone werden, ließ Vassilakou ebenfalls offen. „Der nächste logische Schritt wäre, dass bis Jahresende der Grundsatzbeschluss in den Bezirksvertretungen fällt.“ Danach müsste ein Bürgerbeteiligungsverfahren organisiert werden, um Gestaltungs- und Verkehrsfragen zu klären. Darauf folge ein Gestaltungskonzept, dann die Detailplanung. Einem dann vorliegenden Konzept müssten die Bezirke erneut zustimmen.

Vassilakou betonte, es sei ihr wichtig, dass sich eine grundsätzliche Einigung abzeichne. Die danach folgenden Etappen würden all jene Zeit bekommen, die sie benötigen: „Aber was ich versichern kann, ist, dass ich zügig die verschiedenen Etappen ansetzen und absolvieren lassen möchte“, so Vassilakou.

Versenkbare Poller als Abtrennung

Fix ist laut Kaufmann auch, dass die Außenzonen vom fließenden Verkehr abgetrennt werden. Das soll durch versenkbare Poller geschehen, die über ein Chipsystem für Anrainer und Lieferanten bedienbar bleiben. Laut „Kurier“ sollen Lieferanten bis 10.30 Uhr und Anrainer immer zufahren können. Das Büro von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) bestätige die Überlegungen zu einem Chipmodell, hieß es weiter.

Eine Lösung ist demnach auch bei den Busrouten der Wiener Linien in Sicht. Die Streckenführung des 13A bleibe unverändert, Anrainer sollen aber bei der Streckenführung des 2A mitentscheiden.

Kaufmann von 2013 überzeugt

Offen ist aber nach wie vor vieles. So ist etwa die Richtung von Einbahnen und die Einführung von Sackgassen offen. Kaufmann gibt sich aber überzeugt, dass die Fußgängerzone 2013 realisiert wird. Auch Vassilakou ist zuversichtlich, dass die Neugestaltung bis Jahresende in den Bezirksvertretungen beschlossen wird: „Es ist von zentraler Bedeutung für Wien. Die Straße würde als Einkaufsmeile unterstützt, und zwei grünarme Bezirke würden mehr Grünflächen erhalten“, wird sie in dem Bericht zitiert.

Mariahilfer Straße
ORF.at/Julia Hammerle
Die Mariahilfer Bezirksvorstehung ist von einer Fußgängerzone ab 2013 überzeugt

FPÖ warnt vor Katastrophe für Anrainer

Von einem „FUZO-, Einbahn- und Sackgassenzirkus“, der durch „dilettantische Planungsideen“ entstehe, sprach die FPÖ in ihrer Reaktion. Für Geschäftsleute, Kunden und Anrainer nördlich und südlich der Mariahilfer Straße wäre die Umsetzung eine Katastrophe, so FPÖ-Verkehrssprecher Toni Mahdalik. Kunden würden noch mehr in Shoppingcenter vertrieben, die Bewohner der Bereiche um Gumpendorfer Straße, Westbahnstraße, Siebensterngasse und Neubaugasse wären von einer massiven Verkehrslawine betroffen.

Hingegen wären eine Verbesserung der Verkehrssituation für Fußgänger, eine Umgestaltung der U-Bahn-Zugänge und die Führung eines City-Busses sowie eine effektivere Beleuchtung für die Gehsteige kein Thema, so Mahdalik.

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