ÖBB-Fahrplan: Neue Schnellbahn-Gruppen

Der neue Fahrplan der ÖBB ist offiziell präsentiert worden. Die teilweise Inbetriebnahme des Hauptbahnhofs und die neue Bahnstrecke durch das Tullnerfeld sollen mehr Komfort bieten. Die Schnellbahn-Linien in Wien werden neu gruppiert.

„Zusätzliche Verbindungen, mehr Komfort und Fahrzeitverkürzungen“, fasste Michael Fröhlich, Leiter des ÖBB-Regionalmanagements für die Ostregion, die Eckpfeiler des neuen Fahrplans zusammen. Mit dem neuen Hauptbahnhof wollen die ÖBB eine neue Ära im österreichischen Zugverkehr einleiten. Erstmals soll eine Verknüpfung von Zügen aus dem Osten mit jenen aus dem Süden und Norden möglich sein. Am 9. Dezember wird um 4.56 Uhr der erste Zug im neuen Bahnhof halten - eine Garnitur der S80.

Neben der S80, die von Hirschstetten bis Wiener Neustadt fahren wird, wird auch die Linie S60 eine neue Route erhalten und künftig von Bruck an der Leitha nach Hütteldorf geführt, in Stoßzeiten auch bis Rekawinkel. Diese Linien endeten bisher auf dem provisorischen Ostbahnhof, der nun geschlossen wird. Auch die Regionalexpresszüge ab Bratislava bis Deutschkreutz halten ab 9. Dezember auf dem Hauptbahnhof.

Zug fährt durch die Baustelle des neuen Wiener Hauptbahnhofs
APA/Herbert Pfarrhofer
Ab 9. Dezember halten die ersten Züge auf dem Hauptbahnhof

Endgültige Fertigstellung im Dezember 2015

Die beiden Schnellbahn-Stationen „Wien Südtiroler Platz“ und „Wien Südbahnhof / S-Bahn“ werden in „Wien Hauptbahnhof“ bzw. „Wien Quartier Belvedere“ umbenannt - mehr dazu in Erste Tickets für Fahrten ab Hauptbahnhof.

In den kommenden zwei Jahren werden im Hauptbahnhof die nördliche Halle und weitere sechs Bahnsteige in Richtung Südtiroler Platz bzw. Gürtel errichtet. Auch das Einkaufszentrum wird in diesem Zeitraum fertiggestellt. Bereits im September 2014, drei Monate vor der Eröffnung der gesamten Verkehrsstation, sollen die rund 100 Shops auf einer Fläche von 20.000 Quadratmetern öffnen.

Im darauffolgenden Dezember werden dann auch Fernzüge in der zentralen Station halten. Ein Jahr später, 2015, sollen die Arbeiten am gesamten Bahninfrastrukturprojekt beendet sein. Züge werden dann in allen Richtungen abfahren bzw. aus allen Richtungen ankommen. Die Gesamtkosten für das Projekt BahnhofCity (Bahnhof plus Einkaufszentrum) belaufen sich auf rund vier Milliarden Euro. Für den Bahnbau fallen dabei etwa 987 Mio. Euro an, die Stadt Wien investiert rund 500 Mio. Euro. Der Rest teilt sich auf private Investoren auf.

Schnellbahn-Garnitur auf Bahnsteig am Wiener Westbahnhof
ORF
Schnellbahn auf dem Westbahnhof

Schnellbahnen in neuen Gruppen

Die bestehenden 13 Schnellbahn-Linien in Wien werden neu gruppiert, durch die Verknüpfung von bestehenden Linien wird die Zahl auf neun reduziert. Die Linien S5, S6, S9 und S15 wird es nicht mehr geben. Bessere Nachvollziehbarkeit und Nutzbarkeit werden von den ÖBB versprochen. „Es fahren gleich viel Züge wie heute“, sagte Fröhlich.

Die S45 (Vorortelinie) verkehrt künftig nicht nur zur Rushhour, sondern auch tagsüber im Zehnminutentakt. Weiters wird die seit 2009 fast nur mehr von Güterzügen frequentierte Strecke zwischen dem Franz-Josefs-Bahnhof und St. Pölten wieder für den Personenverkehr genutzt. Die S40 wird dort stündlich unterwegs sein bzw. in der Hauptverkehrszeit im 30-Minuten-Takt von Wien nach Tulln.

Kürzere Fahrzeiten und neue Verbindungen

Durch die Eröffnung der neuen Bahnstrecke im Tullnerfeld versprechen die ÖBB kürzere Fahrzeiten. Die Fahrt nach St. Pölten dauert etwa nur noch 25 Minuten (16 Minuten weniger), nach Linz ist man eine Stunde und 15 Minuten unterwegs (19 Minuten weniger). Nach Salzburg wird eine Ersparnis von 23 Minuten die Fahrzeit auf zwei Stunden und 22 Minuten reduzieren.

Das Angebot nach Bregenz und Zürich wird mit dem neuen Fahrplan ausgeweitet. Mit vier Verbindungen nach Zürich und fünf zwischen Zürich und Wien wird es jeweils eine zusätzliche Verbindung geben. Der Morgen- und Abendzug Wien-Prag-Wien wird um jeweils eine Stunde später geführt.

In den Fahrplan der ÖBB müssen auch die Verbindungen des Konkurrenten Westbahn aufgenommen werden, das hat der Oberste Gerichtshof entschieden - mehr dazu in Westbahn darf in ÖBB-Fahrplan.

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