23-Jährige in U-Bahn vergewaltigt

In einem U-Bahn-Waggon der U6 ist eine 23-jährige Frau am Montag kurz nach 18.00 Uhr vergewaltigt worden. Erst als Fahrgäste zustiegen, ließ der Mann von seinem Opfer ab. Nach dem Verdächtigen wird gefahndet.

Gegen 18.00 Uhr stieg die junge Frau bei der U-Bahn-Station Alterlaa in eine Garnitur der U6 in Richtung Floridsdorf. Hinter ihr kam ein Mann in den Waggon und setzte sich trotz der leeren Garnitur auf den ihr gegenüberliegenden Platz. Plötzlich attackierte der unterstandslose Mann die Frau mit einem Faustschlag.

Minutenlang gewürgt

Danach würgte er sie laut Polizei fast vier Minuten lang, zerrte sie in den hinteren Teil des Waggons und vergewaltigte sie. Trotz der Uhrzeit war der Mann mit seinem Opfer drei Stationen allein in der Garnitur gewesen.

Erst an der Station Philadelphiabrücke stiegen Fahrgäste zu, der 25-jährige gebürtige Vorarlberger flüchtete daraufhin. Die Frau erlitt Würgemale und Verletzungen im Gesicht. Sie befindet sich im Spital und wird psychologisch betreut.

Aufgrund des Videomaterials der Wiener Linien konnte die Polizei die Identität des Mannes feststellen. Die Beamten forschten in der Obdachlosenszene nach und kamen sehr rasch auf den Verdächtigen, der ihnen im Übrigen nicht unbekannt war. Es ist nicht ausgeschlossen, dass er bereits weitere ähnlich gelagerte Straftaten begangen hat.

Polizei warnt vor eigenmächtigem Vorgehen

Die Polizei warnt vor eigenmächtigem Vorgehen gegen den Mann: Aufgrund seiner Vorgangsweise werde er als gefährlich eingestuft, so eine Polizeisprecherin.

Der Täter wurde als etwa 1,80 Meter groß, von mittlerer bis eher molliger Statur beschrieben. Er trug einen dunklen Vollbart und hatte eher längere, zerzauste und ungepflegte dunkle Haare. Bekleidet war er mit einer dunklen Hose und einem lilafarbenen Kapuzensweater. Auffällig war ein Gürtel mit großer, silberner Schnalle. Die Beamten suchen derzeit nach Personen, die Hinweise auf den Aufenthaltsort des Verdächtigen geben können.

2.500 Kameras im Einsatz

2.500 Kameras setzen die Wiener Linien nach eigenen Angaben ein, um Straftaten in ihren U-Bahnzügen vorzubeugen. In den Stationen kommen noch einmal 1.500 dazu. In der Regel wird in den Zügen aufgezeichnet, um im Fall des Falles der Polizei bei der Aufklärung von Verbrechen Hilfe zu gewähren - so auch im Fall des mutmaßlichen Vergewaltigers, dessen Identität durch die Videoaufzeichnung rasch ermittelt werden konnte.

Man könne jedoch sofort auf Livebilder umschalten, sagte Answer Lang, Sprecher der Wiener Linien. Das geschieht etwa dann, wenn der Notruf betätigt wird. Dann werde nicht nur Sprechkontakt mit dem Rufer hergestellt, sondern auch die Kameras der Umgebung werden auf Live-Übertragung geschaltet.

„Deshalb lautet auch unser Appell: Wer etwas beobachtet, soll sofort den Notruf betätigen“, so der Sprecher. Der Fahrer kann übrigens nicht über die Kameras sehen, was sich in seinem Zug abspielt. Lang: „Er muss ja auch fahren.“

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