Turm für WEV-Platz angedacht

Die Gutachten für die Neugestaltung des Areals rund um den Wiener Eislaufverein in Wien-Landstraße liegen vor. Herausragend ist der Vorschlag eines „schlanken Turms“, der als zusätzliches Gebäude den Platz markant betonen soll.

Der Bereich zwischen dem Wiener Konzerthaus, dem Wiener Eislaufverein (WEV) und dem Hotel InterContinental soll attraktiver werden. Jetzt liegt der städtebauliche Rahmenplan, gestaltet von rund 50 Experten, vor. Der Baubeginn soll frühestens 2015 sein, kündigte Investor Michael Tojner an. Er will für das Projekt bis zu 300 Millionen Euro investieren.

Wiener Kunsteisbahn
Wiener Eislaufverein
Areal soll umgestaltet werden

Die Empfehlungen in Kurzform

Die rund 6.000 Quadratmeter große Eisfläche des Eislaufvereins, die zwischen Hotel und Konzerthaus liegt, bleibt in der jetzigen Größe erhalten. Die trostlosen Eingangsbauten bzw. Mauern entlang der Lothringerstraße verschwinden, um die derzeit kaum einsehbare Sportstätte nach außen hin zu öffnen. Außerdem soll dort der Gehsteig verbreitert und zu einem „Boulevard“ mit Baumzeile a la Ringstraße umfunktioniert werden. Die Autospuren würden aber nicht verschmälert, sondern lediglich ein Stück in Richtung Beethovenplatz rücken.

Das Hotel Intercontinental in Wien
ORF.at/Kaja Stepien
Zukunft des Hotelgebäudes offen

Die Frage, ob das Gebäude des Hotel InterContinental saniert oder durch einen Neubau ersetzt werden soll, lassen die Experten noch bewusst offen. „Die WertInvest als Financier hat beschlossen, sich zunächst an der Erhaltungs-Variante zu orientieren und in dieser Richtung zu arbeiten. Die Machbarkeit in technischer, ökologischer und ökonomischer Hinsicht ist allerdings noch genau zu prüfen“, so Tojner.

In beiden Fällen empfehlen die Experten, den Ensemble-Charakter des „neuen Platzes am Glacis“ durch ein markantes zusätzliches Gebäude zu betonen. Dafür wurde die Idee eines schlanken Turms entwickelt, der neben dem Hotelgebäude nahe der Kreuzung Lothringerstraße/Johannesgasse errichtet werden soll.

73-Meter-Turm stört UNESCO

In die Arbeit eingeflossen sind auch die Anregungen jener Anrainer und anderer interessierter Wienerinnen und Wiener, die an einem Gedankenaustausch im Oktober 2012 teilgenommen hatten - mehr dazu in Eislaufverein-Areal: Bürger reden mit. Für Planungsstadträtin Maria Vassilakou von den Grünen kann sich das nun vorliegende Ergebnis sehen lassen. Es gebe mehr öffentlichen Raum, neue Durchgänge und der WEV bleibe in besserer Qualität erhalten.

Was den angedachten Turm betrifft, müsse die Idee noch mit der UNESCO erörtert werden. Die angedachte Höhe von 73 Metern ist den Schützern des Weltkulturerbes ein Dorn im Auge. Die Höhe des Intercont mit 45 Metern sei offenbar das höchste der Gefühle, hieß es.

Modell Eislaufverein
ORF
Modellfoto

Ausstellung „Die Zukunft des Areals“

Die Ergebnisse sind von 28. Februar bis 6. März in einer Ausstellung mit dem Titel „Die Zukunft des Areals“ im Wiener Konzerthaus zu sehen. Als nächste Schritte werden die zuständigen Magistratsabteilungen mit den städtebaulichen Empfehlungen befasst und Details geklärt. Im Frühjahr, wahrscheinlich im April, wird die Grundplanung auch der Stadtentwicklungskommission zur Debatte vorgelegt. Sobald die Einigung mit der UNESCO vorliegt, wird ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben.

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