Wiener Linien erhöhen Preise

Ab Sommer müssen viele Benützer der Wiener Linien tiefer in die Tasche greifen: Mit der Tarifreform, die am 1. Juli in Kraft tritt, werden zahlreiche Tickets um fünf bis zehn Prozent teurer. Die Jahreskarte um 365 Euro bleibt bis 2015.

„Die Kosten für uns sind gestiegen. Und wir passen nun unsere Preise an die gestiegenen Kosten an“, bestätigte Wiener-Linien-Sprecher Dominik Gries einen „Kurier“-Bericht. Ein Einzelfahrschein für Erwachsene kostet künftig im Vorverkauf 2,10 Euro statt bisher zwei Euro.

Grafik Tarife
APA/mts/wax
Einzelfahrt kostet künftig 2,10 Euro.

Für die Monatskarte müssen ab Sommer 47 statt bisher 45 Euro bezahlt werden. Die Wochenkarte kommt dann auf 15,80 (statt bisher 15 Euro). Kurzstreckenfahrscheine werden mit Anfang Juli abgeschafft. Diese Ticketkategorie werde kaum noch verwendet und habe außerdem immer wieder zu Missverständnissen in Sachen Gültigkeit geführt, sagte Gries. Nur jede 3.000 Fahrt werde mit einem Kurzstreckenschein zurückgelegt.

Auch wer künftig ohne gültigen Fahrschein erwischt wird, muss mit einer höheren Strafe rechnen und statt wie bisher 100 künftig 103 Euro zahlen.

Jahreskarte kostet weiter 365 Euro

Keine Änderung gibt es hingegen bei einem rot-grünen Prestigeprojekt: Die im Herbst 2011 stark verbilligte Jahreskarte wird weiterhin 365 Euro kosten. Dieser Preis sei bis zum regulären Ende der Legislaturperiode im Jahr 2015 abgesichert, sagte Verkehrssprecher Rüdiger Maresch von den Grünen.

Auch die Preise für Seniorenjahreskarte, Top-Jugendticket und Studententicket bleiben vorerst gleich. Alte Tickets bleiben noch bis Jahresende gültig, sagte Gries.

ÖVP ärgert sich über „weitere Belastung“

Die Grünen nahmen die Tariferhöhungen gelassen hin. „Wir können damit leben“, sagte Maresch. Ihm sei vor allem die Absicherung des Preises für die Jahreskarte wichtig, zudem handle es sich um „moderate“ Steigerungen. Auch für Finanzstadträtin Renate Brauner (SPÖ) sei es wichtig gewesen, den Preis für die Jahreskarte zu halten. Das Ticket sei schließlich ein Riesenerfolg.

Für die ÖVP ärgerte sich Landesgeschäftsführer Alfred Hoch über eine „weitere Episode in der langen Riege an Belastungen, die Rot-Grün den Wienerinnen und Wienern zumutet“. Die groß beschworene Tarifreform entpuppe sich immer mehr als Mogelpackung, der Umstieg auf die „Öffis“ werde „mit der Verteuerung wieder einmal massiv erschwert“.

Einnahmen von 484 Mio Euro im Vorjahr

Die Wiener Linien steigerten im Vorjahr ihre Einnahmen auf 484 Mio. Euro. 2011 erwirtschafteten die Verkehrsbetriebe 458 Millionen Euro. Durch die Tarifreform im Mai 2011 wurde die Jahreskarte billiger, weshalb die Anzahl der Jahreskartenbesitzer zunahm. Damals wurde der Einzelfahrschein um 20 Cent verteuert.

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