Mariahilfer Straße: Mini-Probe läuft

Seit Freitagmittag ist ein rund 120 Meter langer Abschnitt der Mariahilfer Straße testweise zur Fußgängerzone geworden. Der „Proberaum“ zwischen Neubaugasse und Esterhazygasse soll einen Vorgeschmack auf die Verkehrsberuhigung liefern.

Einige Kinderwägen, Kinder mit Eltern und Radfahrer, viel nackter Asphalt: Auf wenig Interesse ist am Freitag die Testzone für die Fußgängerzone in der Mariahilfer Straße zu Beginn gestoßen. Im Gegensatz zu den fast leeren Fahrbahnen bewegten sich die meisten der Menschen wie üblich auf den Gehsteigen.

Mahü
APA/Herbert Neubauer
Testzone in der Mariahilfer Straße

Platzgefühl soll vermittelt werden

Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) will mit dieser ersten Probephase einen Eindruck dafür vermitteln, wie sich die „Mahü“ ohne Pkw-Verkehr anfühlt. „Wir wollen in diesem kleinen Abschnitt einmal zeigen, wie viel Platz entsteht“, sagte ein Sprecher der Ressortchefin.

Wobei die Wienerinnen und Wiener das womöglich schon kennen: Schließlich wird die gesamte Innere Mariahilfer Straße seit Jahren an den Einkaufssamstagen vor Weihnachten zur Fußgängerzone umfunktioniert. Der von der Stadt angekündigte Test ist somit mehr ein Straßenfest als ein Probebetrieb für die Fußgängerzone. Denn gesperrt ist genau jener Bereich, der den Verkehrsfluss zwischen den betroffenen Bezirken gar nicht beeinflusst. Lediglich die Durchfahrt in der Mariahilfer Straße selbst ist blockiert.

Testwochenende mit Rahmenprogramm

Damit das Testwochenende nicht langweilig wird, gibt es ein Rahmenprogramm - vom Kinderschminken über fahrradbetriebenes Kino bis hin zum Picknick. Bereits am Freitag kann man mit Mariahilfs Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann (SPÖ) und ihrem Neubauer Pendant Thomas Blimlinger (Grüne) über die projektierte Umgestaltung diskutieren.

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Am Samstag werden Kinder ab 11.00 Uhr mit Stelzengehern, Luftballons und Schminkaktionen erfreut, am Abend gibt es Mitmach-Kino der anderen Art: Damit der Projektor betrieben werden kann, müssen Stromgeneratoren durch tretwütige Radler betrieben werden. Geht alles gut, flimmert der Dokumentarfilm „Freiräumen - die Politik des Do-It-Yourself“ über die Leinwand.

Am Sonntag schließlich soll ab 10.00 Uhr Asphalt auf Wohnzimmeratmosphäre treffen. Es werden im gesperrten Bereich Kaffee und Kipferl gereicht, Sessel und Liegestühle muss man allerdings von daheim mitbringen.

Grafik Verkehrskonzept Mariahilfer Straße Neu
APA/mh

Längerer Test ab dem Spätsommer angekündigt

Die Sperre ist ein erster Praxistest in Sachen „Mahü Neu“. Ab Spätsommer soll bekanntlich das Gesamtprojekt dann einmal für einige Monate ausprobiert werden. Die Mariahilfer Straße wird im Kern zur Fußgängerzone und an den beiden Außenabschnitten zu Begegnungszonen, die sich Bus, Radler, Fußgänger und Autofahrer gleichberechtigt teilen - mehr dazu in Neue Mariahilfer Straße ab Sommer.

Für Mariahilf und Neubau wird es neue Einbahnregeln geben, um den Durchzugsverkehr zu vermeiden. Außerdem werden Gumpendorfer Straße, Burggasse und Neustiftgasse zu Tempo-30-Zonen. Diese Erfahrungen sollen in die endgültige Lösung noch einfließen. Zusätzlich soll es Bürgerbefragungen im gesamten sechsten und siebenten Bezirk geben. Wann wie was gefragt wird, ist nach wie vor offen. Außerdem muss man sich noch mit der Wirtschaftskammer zwecks Lieferzeitenregelung einigen - mehr dazu in Einbahnen regen Unternehmer auf.

Anrainer können derzeit jedenfalls ihre Wünsche und Beschwerden in der Dialogbox auf Höhe Neubaugasse deponieren. Diese sei seit ihrer Eröffnung am 12. April von rund 1.000 Menschen besucht worden, wobei die Spannbreite der Meinungen laut Vassilakou-Sprecher von „totaler Begeisterung“ bis zu „Ablehnung“ reichten. Offen ist der Ideen-Container noch bis 20. Mai - mehr dazu in Mariahilfer Straße: Start für Dialogbox.

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