Initiative bekämpft Glücksspiel

In Wien sollen ab 2015 keine neuen Konzessionen für Glücksspielautomaten mehr vergeben werden, doch einer Bürgerinitiative in Margareten reicht das nicht: Die „Republik Reinprechtsdorf“ kämpft dort gegen die vielen Automaten.

90 Glücksspielautomaten dürfen im ganzen Bezirk aufgestellt sein, 85 sind es sind es laut Bürgerinitiative allein in der Reinprechtsdorferstraße. „Diese Entwicklung gehört aufgehalten“, plädierte die Präsdientin der Bürgerinitative Haldis Scheicher in der „Wiener Zeitung“.

Als aus der letzten Buchhandlung in der Straße ein Wettlokal wurde, gründete Scheicher gemeinsam mit dem KPÖ-Bezirksrat Wolf Jurjans und Robert Sommer von der Obdachlosenzeitung „Augustin“ die „Republik Reinprechtsdorf.“ Zweimal im Monat trifft sich die Initiative um das Vorgehen gegen die Glücksspielkonzerne zu besprechen.

Glücksspielautomat, "einarmiger Bandit"
APA/Georg Hochmuth

Bezirk unterstützt Initiative

Unterstützung im Kampf gegen die massive Verbreitung der Wettlokale kommt dabei von Seiten des Bezirks. Kritik übt Bezirksvorsteherin Susanne Schaefer-Wiery (SPÖ) an der „hohen Vielzahl an Wettlokalen auf der Reinprechtsdorfer Straße, die ja sehr fatal sind“. So erfuhr Scheicher etwa wie Spielsüchtige Passanten vor Wettlokalen ausraubten und hörte von Frauen, die sich für zehn Euro in ihrem Stammlokal prostituieren wollten, um noch einmal ihr Glück an den klingenden Maschinen zu versuchen.

„Ich habe mir das ganz genau angeschaut was die Initiative fordert und macht. Mir geht es ganz besonders um diese Einzelkabinen, die ja ganz anonym wirken“, so Schaefer-Wiery gegenüber Radio Wien. Der Bezirk will nun Maßnahmen setzen um die Straße aufzuwerten. „Wir werden im Herbst zu planen beginnen, was wir als Bezirk machen können, um die Straße attraktiver gestalten zu können“, sagte Schaefer-Wiery.

Lukratives Geschäft auch für die Stadt

Aus dem sogenannten kleinen Glücksspiel nimmt die Stadt jährlich etwa 55 Millionen Euro ein. In Wien werden ab 2015 aber keine neue Konzessionen für Automaten mehr ausgegeben, was de facto einem Verbot entspricht.

Dieses Verbot geht auf einen Coup der Wiener SPÖ-Sektion 8 am Landesparteitag 2011 zurück, die überraschend mit ihrem Antrag durchgekommen war. Unter das Kleine Glücksspiel fallen tausende Spielautomaten, die außerhalb von Casinos stehen - in Spielsalons, Tankstellen und Lokalen.

Unberührt davon bleiben aber jene Automaten, die in die Kompetenz des Bundes fallen. Das sind die zentralvernetzten Geräte der Lotterien und Spielkasinos. Derartige Automaten können prinzipiell auch gegen den Willen von Bundesländern aufgestellt werden - mehr dazu in - Casino: Tausende Automaten bleiben.

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