Ab 2016: Post liefert nur noch elektrisch

Die Post will in Wien künftig alle Sendungen für Privatkunden mit Elekrofahrzeugen liefern. Dafür werden bis 2016 rund 1.000 neue Fahrzeuge gekauft. Im Praxiseinsatz zeigen sich aber noch Startschwierigkeiten.

Die Post steigt in Wien auf Elektrofahrzeuge um. Bis zum Jahr 2016 sollen alle Fahrräder, Mopeds und Autos der Brief- und Paketzustellung elektrobetrieben sein. Für die Post ist dieser Umstieg allerdings nicht neu. Bereits vor 100 Jahren waren die ersten Elektrofahrzeuge in Diensten der k. u. k. österreichisch-ungarischen Post unterwegs. Damals war die Technik allerdings noch nicht weit genug fortgeschritten.

2011 startete die Post in Österreich mit dem Einsatz von Elektrofahrzeugen. Unterstützt wurde das Unternehmen unter anderem vom Klima- und Energiefonds mit insgesamt 3,4 Millionen Euro. Seit Anfang 2013 sind im ganzen Land 265 Elektrofahrzeuge in Betrieb.

Dreiräder haben Probleme mit Steigungen

Aktuell befindet sich in Wien ein Modell der neuen Elektro-Dreiräder im Praxiseinsatz. Die ersten Erfahrungen sind dabei durchaus positiv, wie die Post betont. „Unser Testfahrer schätzt besonders den Wendekreis, den hohen Komfort und das geringe Geräusch des Motors. Nicht zufrieden ist er mit der Performance bei Steigungen, da sind Autos und Mopeds spritziger“, so Sprecher Michael Homola gegenüber wien.orf.at.

Elektro-Dreirad
APA/Herbert Neubauer
Auf diesen Elektro-Dreirädern wird in Zukunft die Post zugestellt

Mit den neuen Elektro-Dreirädern können künftig bis zu 120 Kilogramm Post befördert werden - im Anhänger ist noch einmal Platz für 150 Kilogramm. Die Reichweite der Räder beträgt laut Post bis zu 100 Kilometer, die Zusteller legen im Schnitt pro Tag 45 Kilometer zurück. Im 14. Bezirk wird derzeit zusätzlich ein Elektroauto intensiv getestet. Auch hier sind die Erfahrungen des Testfahrers laut Michael Homola überwiegend positiv.

Fahrzeuge werden über Nacht aufgeladen

Damit die Elektrofahrzeuge am nächsten Tag einsatzbereit sind, werden sie über Nacht an speziellen Ladestationen der Post aufgeladen. Dazu Michael Homola: „Mit der zukünftigen Entwicklung der Akkutechnologie werden die Ladeabstände sicher kürzer.“ Probleme könnte es im Winter geben, da die Heizung den Akku sehr stark beansprucht. „Wir arbeiten daran, dass dieses Problem bis 2016 gelöst wird“ versichert Homola.

Durch den Umstieg auf Elektrofahrzeuge ab 2016 werden laut Post jährlich 228 Tonnen Kohlendioxid eingespart. „Grüne“ Bezirke, so Michael Homola, sind durch den Einsatz von elektrischen Zweirädern und Mopeds bereits der vierte und fünfte Bezirk. Bis zum Jahresende sollen der erste, der elfte, der 18. Bezirk, sowie Teile des zehnten Bezirkes dazukommen. Ab Herbst werden in diesen Bezirken dann vierzehn Elektroautos die Post zustellen.

Wichtigstes Fortbewegungsmittel des Postlers im Privatkundengeschäft bleiben aber weiterhin die Beine. Von den 1.082 Rayons in Wien werden 836 zu Fuß bedient, acht mit Rädern, 148 mit Mopeds und 90 mit dem Pkw.

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