Die Mariahilfer Straße einst und jetzt

Am Freitag beginnt der Probebetrieb der neuen Mariahilfer Straße. Die Straße wurde schon im 19. Jahrhundert zu einer bedeutenden Shoppingmeile. wien.ORF.at zeigt Ihnen die besten Bilder der Straße von einst und jetzt.

Durchschnittlich sind bis zu 60.000 Menschen pro Tag in der Mariahilfer Straße unterwegs. An Samstagen erhöht sich die Passantenfrequenz auf bis zu 75.000 Menschen. Seit Mittwochabend haben sie mehr Platz. Die Fußgängerzone wurde in der Nacht eingerichtet - mehr dazu in Über Nacht zur Fußgängerzone. Ab Freitag um 6.00 Uhr in der Früh treten die neuen Verkehrsregeln in Kraft, die auch viele angrenzende Straßen betreffen - mehr dazu in Mariahilfer Straße: Maßnahmen im Überblick.

Einkaufsstraße seit dem 19. Jahrhundert

Durch ihren Ausbau als Poststraße war die Mariahilfer Straße bereits im 17.Jahrhundert ein wichtiger Verbindungsweg der Stadt. Nach der zweiten Türkenbelagerung entwickelte sich Wien zu einem Zentrum für Handwerk und Gewerbe. Dadurch wurde die Mariahilfer Straße ab dem 19. Jahrhundert mit ihren Warenhäusern zu einer bedeutenden Einkaufsstraße.

Als erste Vorstadtstraße erhielt die Mariahilfer Straße zu Beginn des 18. Jahrhunderts eine öffentliche Beleuchtung, 1826 wurde sie bis zum Gürtel gepflastert. Als erstes öffentliches Verkehrsmittel fuhr hier der „Zeiserlwagen“, ein Pferdefuhrwerk für acht bis zwölf Fahrgäste gegen geringes Entgelt, jedoch ohne festen Fahrplan. Später verkehrten auf der Mariahilfer Straße Omnibusse. Diese Fahrzeuge waren gefedert, die Fenster verglast und es gab erstmals feste Fahrpläne. 1908 übernahm die Gemeinde Wien den privaten Stellwagenbetrieb und stellte ihn bis 1919 auf motorisierte Autobusse um.

1897 wurde mit der Elektrifizierung der Straßenbahn begonnen. Allerdings zunächst mit unterirdischer Stromführung, da der Kaiser die durch Oberleitungen „verschnürlt’n“ Straßen nicht schätzte. Erst 1915 wurde diese sehr störanfällige Unterleitung ausgetauscht. Bis zur Stilllegung 1993 waren die Straßenbahnlinien 52 und 58 über die gesamte Länge der Mariahilfer Straße in Betrieb.

Die zunehmende Kollision von Zuliefer- und Kundenverkehr führte bereits 1911 zum ersten Grundsatzbeschluss der Gemeinde Wien zum Bau einer U-Bahn. Es dauerte allerdings bis 1993, bis die U3 unterhalb der Mariahilfer Straße eingeweiht wurde. In diesem Streckenabschnitt befinden sich die Stationen Zieglergasse und Neubaugasse, deren Bahnsteige in zwei Stockwerken untereinander liegen.

Geschäftsstraße stand kurz vor dem Aus

Nach Angaben des Bezirksmuseums Mariahilf hätten die jahrelangen Bauarbeiten bei der U3 um ein Haar das Aus für die Mariahilfer Straße als Geschäftsstraße bedeutet. Grund dafür war, dass durch den störenden Baulärm viele Kundinnen und Kunden ausblieben. Nur durch die damals strittige Entscheidung der Stadt, die Mariahilfer Straße nach dem Bauende zweispurig mit breiteren Gehsteigen neu zu eröffnen, konnte das Problem gelöst werden.

Heute reiht sich auf 1,8 Kilometern Länge ein Ladengeschäft an das andere. Nach Angaben von „mariahilferstrasse.at“ kommt man dadurch auf eine Gesamt-Schaufensterlänge von mehr als sechs Kilometern. In der Mariahilfer Straße wird ein Einzelhandels-Jahresumsatz von rund einer Milliarde Euro gemacht.

Kaufhaus Stafa einst und jetzt
Wikimedia Commons
Das Kaufhaus Stafa einst und jetzt

„Ausstellungsstraße“ mit Tradition

Die Mariahilfer Straße galt als „Ausstellungsstraße“ der k.u.k. Monarchie und ist heute noch eine der bedeutendsten Einkaufsstraßen Österreichs. Begründet wird der Ruf der Mariahilfer Straße als Geschäftsstraße durch die drei Kaufhäuser Herzmansky, Gerngross und Stafa.

Mit der Eröffnung des ersten Einkaufszentrums, dem Generali Center im Jahr 1968 schrieb die Mariahilfer Straße Wiener Einzelhandelsgeschichte. Aktuell befinden sich auf der Mariahilfer Strasse drei Einkaufszentren: Gerngross, La Stafa und das Generali Center.

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