Mahü: Faymann „vertraut Freund Häupl“

Im „Radio-Wien“-Interview hat sich Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) am Freitag für eine Zweier-Koalition starkgemacht. In der Frage der Mariahilfer Straße vertraue er dem Wiener Bürgemeister Michael Häupl, sagte Faymann.

„Mein Ziel ist es, so stark zu werden, dass ich Erster werde und dass sich eine Zweier-Regierung ausgeht“, sagte Faymann im Gepräch mit Hörerinnen und Hörern. Dann müsse er sich übe Dreier-Konstellation wie etwa Rot-Grün-Stronach „keine Gedanken machen“. In solchen Regierungen würden Entscheidungen länger dauern als in Zweier-Koalitionen, sagte Faymann.

Gerade jetzt brauche es klare Entscheidungskompetenzen. „Zum Regieren sind zwei beim Suchen von Kompromissen manchmal schon recht hart“, so Faymann zu ORF-Wien Chefredakteur Paul Tesarek und Radio Wien-Moderator Christian Ludwig. Der Bundeskanzler schloss eine Zusammenarbeit mit der FPÖ erneut aus, auch wenn es taktisch klüger wäre, sich diese Option offenzuhalten. „Bei einem Kartenspiel würde man nicht freiwillig eine Karte hergeben, aber die Politik ist kein Kartenspiel“, sagte Faymann.

Mariahilfer Straße: „Vertraue meinem Freund“

Faymann wollte sich auf „Radio Wien“ nicht auf Spekulationen darüber einlassen, ob die Diskussion über die Mariahilfer Straße Auswirkungen auf das Ergebnis der SPÖ bei der Nationalratswahl haben könnte. „Ich vertraue da meinem Freund, dem Wiener Bürgermeister“, sagte Faymann. Häupl habe immer bewiesen, „dass er eingreift, wenn es einen Konflikt gibt. Ich rede ihm da nicht drein, weil ich mir auch nicht gerne dreinreden lasse.“ Wien sei weltweit ein Vorbild bei der Lebensqualität.

Werner Faymann im Radio Wien-Studio
ORF/Unger
Paul Tesarek, Werner Faymann und Christian Ludwig

Faymann will noch im Herbst das neue Lehrerdienstrecht beschließen. „Wir können das bei etwaigen neuen Koalitionsverhandlungen diskutieren und das muss einer der ersten Beschlüsse sein“, sagte Faymann, der auch seine Unterrichtsministerin Claudia Schmied verteidigte. „Da ist viel mit Engagement passiert“, sprach Faymann den Ausbau von ganztägigen Schulen und der Neuen Mittelschule an.

„Persönlich gutes Verhältnis“ zu Erwin Pröll

Der nö. Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) soll zu Faymann gesagt haben, eine neue große Koalition sei nur ohne Schmied möglich. „Das stimmt nicht“, sagte Faymann dazu, „so reden Pröll und ich nicht miteinander.“ Er habe zu dem mächtigen ÖVP-Politiker ein „persönlich gutes Verhältnis. Wir diskutieren viele Fragen.“

Faymann erklärte einer Hörerin auch noch einmal, wie der die kürzlich von der SPÖ vorgeschlagene Steuerreform finanzieren will. „Ein Drittel kommt durch Konsumsteuern zurück. Zwei Drittel können nur durch Sparmaßnahmen im Verwaltungsbereich hereinkommen und durch vermögensbezogene Steuern.“

Audio: Die Sendung zum Nachhören

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Bucher will NEOS nicht ausschließen

BZÖ-Spitzenkandidat Josef Bucher hat auf „Radio Wien“ eine Zusammenarbeit mit den NEOS nicht ausgeschlossen. Zudem plädierte er dafür, Unterhaltszahlungen steuerlich absetzbar zu machen - mehr dazu in Bucher will NEOS nicht ausschließen.

Strache „einziger Herausforderer“

FPÖ-Spitzenkandidat Heinz-Christian Strache sah sich am Mittwoch im „Radio Wien“-Studio als einzigen „wirklichen Herausforderer und Kanzlerkandidaten zu Faymann“. Strache sprach sich auch für psychologische Tests für Waffenbesitzer aus - mehr dazu in Strache: Regelmäßige Tests für Waffenbesitzer.

Spindelegger „nicht übergecoacht“

Michael Spindelegger, Spitzenkandidat der ÖVP, hatte sich am Dienstag auf „Radio Wien“ für flexiblere Arbeitszeiten ausgesprochen. Spindelegger wehrte sich auch gegen den Vorwurf, bei manchen TV-Duellen „übergecoacht“ zu wirken: „Ich bin der, der ich bin. Aber ich bin auch ein Mensch aus Fleisch und Blut und manchmal rege ich mich auf, weil mich was anderes ärgert“ - mehr dazu in Spindelegger zu Vorwürfen des „Übercoachings“.

Glawischnig für generelles Rauchverbot

Am Montag war die Spitzenkandidatin der Grünen, Eva Glawischnig zu Gast. Dabei schloss sie eine Koalition mit dem Team Stronach aus. Weiters sprach sie sich für ein generelles Rauchverbot aus. Das aktuelle Gesetz zum Rauchverbot hält Glawischnig für einen „Murks“. Es sei für alle Beteiligten unklar, sagte sie - mehr dazu in Glawischnig für generelles Rauchverbot.

Stronach lehnt Koalition mit FPÖ ab

Erster Gast in der Interviewserie war Frank Stronach, Spitzenkandidat des Teams Stronach. Eine Koalition ÖVP-FPÖ-Stronach, vor der die SPÖ immer wieder warnt, schloss der Milliardär dabei aus. „Die FPÖ ist für mich zu rechts. Die sind nicht für Parlamentsreformen und auch für Funktionäre in staatsnahen Betrieben“, begründete Stronach - mehr dazu in Stronach: Keine Koalition mit der FPÖ.

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