Big Brother Awards: NSA an der Spitze

Bei der Vergabe der Big Brother Awards, die Freitagabend im Wiener Rabenhof-Theater erfolgte, landete die US-Lauschagentur NSA ganz vorn. Datenhunger generell und die XBox One als „Spion“ sind ebenfalls auf der Negativliste.

„Die NSA und das Schweigen der Lämmer - Werner Faymann mit der gesamten Bundesregierung“, hieß es in einer Aussendung am Freitag. Die österreichische Politik reagiere nur mangelhaft auf das Bekanntwerden der Aktivitäten der US-Lauscher: „Außer kunstvollen Wortspenden (Johanna Mikl-Leitner: No-Spy-Abkommen mit den USA ist notwendig) ist genau nichts passiert.“

Im Wahlkampf hätte die Sache auch keine Rolle gespielt. Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) hätte das Thema gar als nur „beschränkt öffentlichkeitstauglich“ angesehen. Es gebe keine Anstrengung der österreichischen Regierung „die eigenen Bürger vor dieser systematischen Rechtsverletzung zu schützen. Stattdessen gab es zahlreiche Bemühungen, das Ausmaß der Bespitzelung zu verschleiern.“

XBox als „Spion im trauten Heim“

In der Kategorie „Behörden und Verwaltung“ beklagen die Kritiker, dass der Server des „hoheitlichen Wikileaks“-Links des Justizministeriums mit Ressortchefin Beatrix Karl (ÖVP) „bei einem Cloud-Anbieter in Deutschland“ stehe. Neben der österreichischen Seite würden auch die Hinweissysteme deutscher Behörden und Firmen über denselben Webservicedienst abgewickelt.

Eine der „bösen“ Auszeichnungen bekam auch die Microsoft-XBox One - ein „Mediacenter als Spion im trauten Heim“ von Steve Ballmer. Das Gerät solle soll mit seiner Sprach- und Gestensteuerung die zentrale Anlaufstelle für Unterhaltung aller Art, also von Spielen, Filmen, Fernsehen und Internet im Wohnzimmer werden. Die Kritiker: „Mit scharfen Blicken und spitzen Ohren wird von der XBox alles und jeder in der Nähe beobachtet, um ja keinen Befehl zu verpassen.“

Kritik an UN-Organisation

In der Kategorie „Kommunikation und Marketing“ wird in diesem Jahr der Linux-Dateimanager Ubuntu „geehrt“. Er liefere bei der Suche nach Dokumenten auf der Festplatte eines Computers „nicht nur die lokalen Treffer, sondern wie aus Zauberhand auch gleich die dazu passenden Werbeangebote der Firma Amazon“.

Und schließlich wird in der Abteilung „Weltweiter Datenhunger“ kritisiert, dass eine „Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die ITU, ein Regelwerk erstellt hätte, das die Prinzipien der UN-Menschenrechtscharta auf technischer Ebene“ aus den Angeln hebe. Mit Hilfe von „Deep Package Inspection“ sei die Umsetzbarkeit der Forderungen nach Schutz der Privatsphäre und der Meinungs- und Informationsfreiheit verloren gegangen.

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