Ex-Agent: NSA-Abhörstation in Wien

Der ehemalige US-Agent Thomas Drake geht davon aus, dass die NSA in Wien eine Abhörstation betreibt und in Österreich flächendeckend Telefonate erfasst und überwacht. Das sagt er in einem Interview in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins „Profil“.

In Österreich dürfte die NSA genauso flächendeckend Telefonate erfassen und überwachen, wie es zuletzt aus anderen Ländern bekannt geworden ist: „Gehen Sie davon aus, dass das geschieht. Die Überwachung von internationalen Kommunikationsverbindungen ist gängige Praxis der NSA und eine Doktrin zur Unterstützung nationaler amerikanischer Interessen,“ sagt Drake im „Profil“ (Montagsausgabe).

„Vienna & Annex“ auf NSA-Standortplan

Der ehemalige US-Agent meinte nach den jüngsten Enthüllungen von Whistleblower Edward Snowden, es sei ganz konkret davon auszugehen, dass die NSA in Wien eine Abhörstation betreibt: „Vienna & Annex“ („Wien und Anhang“) heißt es auf einem vergangene Woche an die Öffentlichkeit gelangten, streng geheimen Standortplan einer amerikanischen Geheimdienst-Sondereinheit. „Annex“ ist in der Legende wiederum als „Unmanned Remote“ („unbemannt ferngesteuert“) ausgewiesen.

„Die Bezeichnung ‚Annex‘ ist fast immer ein Euphemismus für aktive Operationen, die unter dem Deckmantel der jeweiligen Botschaft laufen“, erläutert Drake: „‚Unmanned Remote‘ bedeutet üblicherweise, dass die Ausrüstung nicht von physisch anwesenden Personen bedient werden muss, sondern ferngesteuert werden kann. Im gegebenen Zusammenhang ist das meistens eine Abhörstation oder ein Überwachungszugang.“

Schon im September gab es Aufregung um einen angeblichen Horchposte der NSA in Wien. Der angebliche Horchposten soll in einem Jahr geschlossen werden. Die Technik der Villa im 18. Bezirk sei überholt. Die US-Botschaft dementiert den Bericht - mehr dazu in Verwirrung um NSA-Lauschposten.

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