Mariahilfer Straße: Weniger Verkehr in Bezirken

Laut der Verkehrszählung sind seit der Verkehrsberuhigung auf der Mariahilfer Straße und in den Bezirken Mariahilf und Neubau insgesamt weniger Autos unterwegs. Allerdings gibt es in einigen Straßen sehr wohl signifikante Zuwächse.

Weniger Autos brausen durch die beiden Bezirke. Das zeigen die 45 Messstellen. Insgesamt nahm der Verkehr in den Stoßzeiten in Mariahilf und Neubau seit Juni um rund 13.000 Fahrzeuge ab. Damit sieht Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) eine Beruhigung gegeben.

Keine Fußgänger-Schild auf der Mahü
APA/Georg Hochmuth

Plus 1.100 Fahrzeuge in der Gumpendorfer Straße

Insgesamt nahm der Verkehr um 2.000 Fahrzeuge täglich zu Spitzenzeiten in den Durchzugsstraßen ab, die Begegnungszone Mariahilfer Straße eingerechnet. Stärker geworden ist die Belastung hingegen auf der Gumpendorfer Straße mit rund 1.100 Fahrzeugen mehr. Ähnlich sieht es in der Neustiftgasse aus. Kaum Veränderungen gibt es dagegen in der Burggasse.

Besonders getroffen hat es auch zwei kleine Gassen: die Stollgasse in Neubau und mit rund 1.000 Autos mehr die Hugo-Wolf-Gasse in Mariahilf. „Das ist natürlich für die Hugo-Wolf-Gasse, die eine sehr kleine und ehemals sehr sehr ruhige Gasse gewesen ist, logischerweise schon eine sehr signifikante Zunahme“, so Vassilakou. Für jene Straßen, in denen der Verkehr zugenommen hat, werden jetzt Maßnahmen erarbeitet, um das Problem in den Griff zu bekommen.

Opposition sieht Projekt gescheitert

Die Opposition übt Kritik an der Präsentation der Verkehrszählung. Vassilakou versuche, die ausbleibenden Kunden und die damit verbundenen dramatischen Umsatzrückgänge für die Geschäftsleute in und um die Mariahilfer Straße positiv als Verkehrsrückgang zu verkaufen, kritisierte FP-Klubchef Johann Gudenus in einer Aussendung. Der Durchzugsverkehr sei in Wahrheit gleich geblieben und nur etwa auf die Gumpendorfer Straße, die Neustiftgasse oder noch großräumiger ausgewichen. Zusätzlich würden kleine Gässchen „massiv belastet“.

Laut dem Wiener ÖVP-Chef Manfred Juraczka war die Neugestaltung der Mariahilfer Straße schlecht vorbereitet und schlecht umgesetzt. Und sie werde auch nicht angenommen: „Die betroffenen Anrainer wollen die Letztentscheidung haben und gehen mit dieser Forderung heute auch wieder auf die Straße“, verwies er auf eine für Mittwoch angesetzte Demonstration. „Daher fordern wir eine rasche Abstimmung zwischen klaren Alternativen: entweder eine echte Fußgängerzone ohne Buslinie und Radfahrer oder die Mariahilfer Straße in ihrem ursprünglichen Zustand vor der Testphase“, erklärte der VP-Politiker.

300 demonstrierten für Wiederherstellung

Rund 300 Menschen demonstrierten Mittwochabend in der Mariahilfer Straße gegen die Verkehrsberuhigung durch eine Fußgängerzone. Eine Bürgerinitiative hatte dazu aufgerufen. Unter dem Motto „SOS - Die Mariahilfer Straße ist krank“ marschierten die Teilnehmer durch die von ihnen kritisierte Begegnungs- und Fußgängerzone. Sie wollten, dass der Autoverkehr wieder wie vor der Umgestaltung fließt.

Keine Verzögerung der Präsentation

Dass eine Präsentation der Verkehrszahlen schon für Ende Oktober angekündigt war, wies das Büro der Verkehrsstadträtin zurück. Damals sei es um den weiteren Fahrplan für die Mariahilfer Straße gegangen, der dann mit der neuen 13A-Route und der Öffnung der Querung Stumpergasse/Kaiserstraße vorgestellt wurde.

Unabhängig von der Diskussion um die Einführung einer Fußgängerzone wird die gesamte Innere Mariahilfer Straße in den nächsten Wochen wieder verkehrsfrei. An den Adventsamstagen ist die Einkaufsstraße von 9.00 bis 19.00 Uhr für den gesamten Fahrzeugverkehr gesperrt - mehr dazu in Advent: Ganze Mariahilfer Straße wird Fuzo.

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