Ute Bock: „Werde nicht kürzer treten“

Die Flüchtligshelferin Ute Bock will nach ihrem Schlaganfall „nicht kürzer treten“. Mittlerweile gibt sie im Spital schon Interviews und wartet auf ihre Reha. Im Interview mit Radio Wien spricht sie über ihre Projekte und auch über den Tod.

„Ich werde sicher nicht kürzer treten, wenn sich das jemand erhofft hat. Das kann ich gar nicht, ich mache das schon mein ganzes Leben lang so. Und das wird wahrscheinlich sein so lange bis ich in die Kiste springe, wobei ich nicht sehr stark springen werde“, sagte Bock.

Noch ist Ute Bock im SMZ Süd. Derzeit steht dort täglich Physiotherapie am Programm und eine vierwöchige Reha ist geplant. „Ein Schlaganfall ist nichts lustiges. Und das Personal hier ist sehr bemüht, dass ich das überwinde. Ich versuche das so gut es geht zu unterstützen, denn ich möchte wieder auf eigenen Füßen stehen“, sagte Bock.

Neue Wohnmöglichkeiten sollen geschaffen werden

Und Ute Bocks nächstes Projekt steht auch schon fest: Die Unterkunft in der Zohmanngasse sei an der Grenze, weshalb Notschlafstellen eingerichtet wurden. Das solle aufhören und neue Wohnmöglichkeiten geschaffen werden, denn „wenn ein Kind von der Matratze aufstehen und in die Schule gehen muss, das ist eigentlich kein Zustand“, sagte Bock.

Die 71-Jährige erlitt Mitte Dezember einen Schlaganfall. Nachdem einem der Bewohner aufgefallen war, dass Bock seit einiger Zeit nicht gesehen worden war, wurde sofort die Suche eingeleitet, hieß es von Seiten ihres Vereins. Sie wurde ins Spital eingeliefert - mehr dazu in Ute Bock nach Schlaganfall im Spital. Nach Weihnachten wurde dann bekannt, dass sie sich auf dem Weg der Besserung befindet - mehr dazu in Ute Bock geht es „wesentlich besser“.

Betreut seit zwei Jahrzehnten Asylwerber

Wegen ihres unermüdlichen Engagements für Flüchtlinge und Asylwerber gilt Ute Bock mittlerweile als Legende. Bock wurde am 27. Juni 1942 in Linz geboren. Nach der Matura begann sie in einem Heim für schwer erziehbare Sonderschüler zu arbeiten. Ab den 1970ern kümmerte sie sich in einem Gesellenheim in der Zohmanngasse in Favoriten um Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Seit Anfang der 1990er betreut sie jugendliche Asylwerber. Auch ihre Pensionierung 2003 beendete ihr Engagement nicht.

Mit eigenen Renteneinkünften und Spenden bezahlte sie Unterkünfte für obdachlose Flüchtlinge. Vergangenes Jahr kehrte sie in die Zohmanngasse zurück – mehr dazu in Flüchtlingsheim: Kaum Beschwerden. Im Vorjahr wurde Bock von Bundespräsident Heinz Fischer mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet- mehr dazu in Ute Bock geehrt: „Ich habe einen Vogel“.

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