Burgtheater-Konflikt: Prüfung bis Februar

Der Chef der Bundestheater-Holding, Georg Springer, hat rund um die Finanzunklarheiten des Burgtheaters eine Prüfung bis Mitte oder Ende Februar angekündigt. Die Vizedirektorin hat ihre Entlassung vor dem Arbeitsgericht angefochten.

„Ich habe während meiner über 30-jährigen Anstellung ausschließlich die Interessen des Burgtheaters verfolgt und für das Burgtheater gelebt“, sagte die entlassene Vizedirektorin Silvia Stantejsky am Mittwoch in einer Aussendung. Die Entlassung habe sie schwer getroffen. Sie sei überzeugt, dass sich die Vorwürfe zerschlagen werden, und habe die Entlassung vor dem Arbeits- und Sozialgericht Wien angefochten.

Unregelmäßigkeiten bei Gebarungsprüfung?

Die Vorwürfe, die zu der im Dezember ausgesprochenen Entlassung geführt haben, beziehen sich auf Unregelmäßigkeiten, die eine Gebarungsprüfung der vergangenen Spielzeit, für die Stantejsky als kaufmännische Geschäftsführerin zuständig war, zutage gebracht habe. Dem Haus sei daraus kein finanzieller Schaden erwachsen, doch Buchungsvorgänge seien derart aufklärungsbedürftig, dass sofortige dienstrechtliche Konsequenzen notwendig gewesen seien, hieß es seitens der Direktion - mehr dazu in Burgtheater entließ Vizedirektorin.

Für Springer „alles möglich“

Der Chef der Bundestheater-Holding, Georg Springer, kündigte einen Bericht der Wirtschaftsprüfer für Mitte bis Ende Februar an. Für Springer ist alles möglich, von einem Persilschein bis zu einem schwarzen Katalog - mehr dazu in oe1.ORF.at.

Schauspieler wie Gert Voss wünschen sich eine Rückkehr Stantejskys. Die Grünen haben sogar eine parlamentarische Anfrage eingebracht und kritisieren die Burg- und Bundestheater-Leiter Matthias Hartmann und Springer.

Burgtheater
Fotolia/TTstudio

Voss: „Glaube Vorwürfe nicht“

„Anstatt die Verantwortung bei sich selbst zu suchen, erklären die beiden Herren eine langjährige loyale Mitarbeiterin zum Sündenbock, sprechen die Entlassung aus, ohne im Detail zu erläutern, worin die Vorwürfe eigentlich bestehen, und waschen ihre Hände in Unschuld“, so der grüne Kultursprecher Wolfgang Zinggl in einer Aussendung.

Zu den Solidaritätsbekundungen des Burgtheater-Ensembles kamen am Mittwoch Statements von prominenten Schauspielern gegenüber „News“. So bekundete Voss, Stantejsky sei „eine der wichtigsten Personen“ in „all meinen Wiener Jahren“ gewesen. „Was ihr jetzt vorgeworfen wird, glaube ich nicht: Sie hat in all der Zeit nie an sich gedacht, immer an das Theater.“

Hartmann: „Eine Freundin, der man glauben möchte“

Gegenüber „News“ bekräftigte Burg-Direktor Hartmann: „Natürlich ist es die Pflicht der Holding und auch meine, lückenlose Aufklärung zu fordern, wenn sich unsere Geschäftsvorgänge nicht transparent darstellen lassen.“ Allerdings sei „Silvi Stantejsky eine Freundin, welcher man uneingeschränkt glauben möchte“.

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