Anti-Falschpark-System positiv getestet

Oft geht es um Zentimeter: Immer wieder versperren Falschparker Straßenbahnen und Autobussen den Weg. Die Wiener Linien haben deswegen ein Anti-Falschpark-System getestet. Das Ergebnis ist positiv, das System aber nicht einsatzfähig.

2.012 Abschleppanträge und Anzeigen gegen Falschparker, die Straßenbahnen und Autobusse an der Weiterfahrt gehindert haben, mussten im Vorjahr erstattet werden. In 607 Fällen mussten die Hindernisse nicht abgeschleppt werden, weil die Autos entweder rechtzeitig umgeparkt wurden, oder die Feuerwehr das Auto so versetzen konnte, dass Straßenbahn oder Autobus ungehindert die Fahrt fortsetzen konnten.

Insgesamt aber verzeichneten die Wiener Linien im Vorjahr knapp fünf Prozent weniger Verkehrsbehinderungen durch Falschparker als im Jahr 2012.

Falschparker in der Kreuzgasse
Wiener Linien

Anti-Falschpark-System noch nicht serienreif

In Döbling testeten die Wiener Linien nun auch ein System, das Falschparker darauf aufmerksam machen sollte, wenn sie ihre Autos so parken, dass sie den öffentlichen Verkehr behindern - mehr dazu in Anti-Falschpark-System wird getestet.

Zum Test gibt es noch keinen Abschlussbericht. Laut einer ersten Einschätzung des Tests bewerten die Wiener Linien es aber durchaus positiv. Zwar müsse das System noch technisch weiterentwickelt werden, es habe aber im Testbereich weniger Falschparker gegeben. Noch nicht klar ist aber, ob ausschließlich das System dafür gesorgt hat, oder auch das Wetter dafür mitverantwortlich war. So gebe es etwa bei Schnee besonders viele Falschparker, weil diese die Markierungen nicht sehen.

Technisch müsse das System noch weiter entwickelt werden, die Fehleranfälligkeit sei noch zu groß, hieß es weiter. So würden etwa lange Zeit offen stehende Türen dem System vorgaukeln, das Auto stehe falsch. Der Test ist jetzt beendet, ein zweiter soll folgen. An welchem Ort ist derzeit aber noch nicht bekannt.

Falschparken kann sehr teuer kommen

Falschparker können öffentliche Verkehrsmittel bis zu 40 Minuten blockieren. Das kann teuer zu stehen kommen. Neben einer Verwaltungsstrafe können auch Kosten für Feuerwehr, die einen Stundensatz von etwa 220 Euro verrechnet, und Abschleppdienst anfallen. Müssen Mitarbeiter der Wiener Linien Überstunden leisten, wird auch das den Falschparkern verrechnet - je nach Ausmaß der Störung können das bis zu mehrere hundert Euro sein.

Besonders stark betroffen sind demnach die Straßenbahnlinien 5, 37, 40, 41, 42 und 49. Oft reichen beim Einparken wenige Zentimeter aus, die das Auto zu weit vom Randstein entfernt steht, um die Weiterfahrt des Öffentlichen Verkehrs zu behindern. Als Grundregel gilt: Die Betonplatten, auf denen die Gleise liegen, müssen beim Parken frei bleiben.

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