Durchstich in U1-Tunnel

Beim Bau der Verlängerung der U1 nach Oberlaa ist am Donnerstag eine bedeutende Etappe erreicht worden: Zwischen dem Tunnel-Rohbau unter der Favoritenstraße und der Endstation am Reumannplatz ist der Durchstich erfolgt.

Noch sind keine U-Bahnzüge im Tunnel Richtung Reumannplatz unterwegs, sondern Baumaschinen. Gearbeitet wird in drei Schichten rund um die Uhr. Nach dem Durchstich trennt nun eine Wand die künftige von der alten U-Bahn. Eine kleine Öffnung erlaubt einen Blick in die Wendeanlage der U1, dahinter liegt die Station Reumannplatz. Die unterirdische Halle ist eines der ältesten U-Bahn-Bauwerke in Wien.

„Man hat damals schon beim Bau der Wendeanlage darauf geachet, dass genug Platz für die Weiterführung vorhanden ist“, sagt Christian Nebois von den Wiener Linien gegenüber „Wien heute“. Der Tunnel verläuft etwa 20 Meter unter dem Straßenniveau.

Verlängerung soll im Herbst 2017 in Betrieb gehen

Die Fahrgäste der U1 merken von den Bauarbeiten nichts. Während auf der einen Seite der Wand die U-Bahn unterwegs ist, wird auf der anderen gegraben. Drei bis vier Meter pro Tag arbeiten sich die Bergleute voran.

TV-Hinweis:
„Wien heute“ hat die Bauarbeiten im Wiener Untergrund mit der Kamera begleitet. Einen Beitrag dazu sehen Sie am Donnerstag um 19.00 Uhr in ORF 2 und danach on Demand.

Anfang März beginnen in Favoriten die Arbeiten an der Hochtrasse der U1-Verlängerung zwischen Alaudagasse und Oberlaa. Im Herbst 2017 sollen dann die Züge vom Reumannplatz bis nach Oberlaa weiterfahren können.

Um weitere fünf Stationen verlängert

Nach Abschluss der Ausbauarbeiten wird die U1 um fünf weitere Stationen (Troststraße - Altes Landgut - Alaudagasse - Neulaa - Oberlaa) sowie um zusätzliche 4,6 Kilometer wachsen. Mit 19,2 Kilometern wird die U1 dann die längste U-Bahn-Linie Wiens sein.

Neu angebunden werden unter anderem die Per-Albin-Hansson-Siedlung, die Fachhochschule Campus Wien, die Generali Arena und die Therme in Oberlaa.

Kosten für Ausbau betragen 600 Mio. Euro

Die Fahrzeit von der künftigen Endstation bis zum Stephansplatz wird 13 Minuten betragen. Die Kosten für den U1-Ausbau werden mit 600 Mio. Euro beziffert. Der unterirdische Abschnitt wird nach der „Neuen Österreichischen Tunnelbaumethode“ errichtet, wie Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer beim gemeinsamen Spatenstich mit Vizebürgermeisterin Renate Brauner (SPÖ) erklärte.

Spezielle Baumaschinen sichern den Tunneldeckenbereich, während das Erdreich im Tunnel von Baggern schrittweise ausgehoben wird. Gleichzeitig wird der Tunnel bereits segmentweise mit Spritzbeton versiegelt, so Steinbauer.

Der U-Bahn-Abschnitt zwischen Reumannplatz und Karlsplatz war in den 1970er Jahren der erste neu errichtete Tunnel im Wiener U-Bahn-Netz - mehr dazu in Baubeginn für U1-Verlängerung. Die Arbeiten zur Verlängerung der U1 verliefen nicht unfallfrei. Im vergangenen November wurde ein Bauarbeiter auf einer Baustelle für die zukünftige U-Bahn-Station Troststraße verschüttet. Der Mann erlitt schwere Verletzungen - mehr dazu in Arbeiter bei U1-Baustelle verschüttet.

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