Architektinnen erklären neue „Mahü“

Moderne Möbel, zusätzliche Beleuchtung, mehr als 400.000 Granitsteine: Erstmals erklären die Architektinnen, wie die neue Mariahilfer Straße aussehen wird, sollte die Bürgerbefragung mit einem „Ja“ enden. Die Straße soll zu einem Treffpunkt werden.

Eine kleine Ausstellung in der Mariahilfer Straße 103 soll die Straße in das richtige Licht rücken und noch einmal Werbung für das Projekt machen, bevor die Befragung am Montag startet. Die Ausstellung wirft auch einen Blick ins Ausland zu anderen, bereits etablierten Fußgänger- und Begegnungszonen, etwa in London. Auch Vorher-Nachher-Fotos der Mariahilfer Straße sollen Gegner überzeugen. Sollte das Votum mit einer Zustimmung enden, wird die Mariahilfer Straße stark umgebaut.

Niveaugleichheit und Steine-Recycling

Obwohl die Straße dann möglicherweise aus einer Fußgängerzone und zwei Begegnungszonen bestehen wird, soll sie ein einheitliches Erscheinungsbild haben. „Es wird ein durchgehender Plattenbelag über den ganzen Straßenraum kommen. Das heißt, dass wir niveaugleich sind, das wird einen großen Unterschied machen. Der Fahrbereich wird schmäler, das bedeutet mehr Platz in den ehemaligen Gehsteigbereichen", sagt eine der Architektinnen, Ulrike Pitro.

In den Begegnungszonen wird nur der Fahrbereich neu gepflastert, in der Fußgängerzone die komplette Straße von Fassade zu Fassade. Mehr als 400.000 Granitsteine aus Österreich sollen verlegt werden. Dabei wird auch wiederverwertet. „Die bestehenden Mariahilfer Platten werden in der Fußgängerzone rausgenommen und auf guten Stellen wiederverwendet“, sagt die zweite Planerin Frederice Rijkenberg.

TV-Hinweis:

Einen Bericht über die Ausstellung sehen Sie auch in „Wien heute“ in der ORF TVthek.

Verteilt über die Straße werden unterschiedlich große Sitzmöbel aufgestellt, die zum Teil schon aus der Testphase bekannt sind. Dabei sollen konsumfreie Zonen als Treffpunkt geschaffen werden. „Wir stellen sie quer zur Gehrichtung, dadurch sind sie geschützter von den durchgehenden Menschen, und wir schaffen so kleine Inseln.“ Auch kleine Wassertische sind geplant.

Grafik Mariahilfer Straße
APA-Grafik

Mehr Klarheit für Autofahrer

Die bestehenden Lichtmasten bleiben erhalten und werden nur neu gestrichen. Zusätzlich werden niedrigere Leuchtkörper installiert, die auf die Gehsteige gerichtet sind. Auch die Bäume bleiben bestehen und werden mit kleineren Begrünungen ergänzt, die in die Möbel integriert werden. „Bis jetzt sind die Bäume auf der Mariahilfer Straße sehr hoch, das nimmt man nicht so gut war. Dann ist es ein Grün auf Augenhöhe.“

Damit auch die Autofahrer sofort wissen, dass sie in einer Begegnungszone sind, wird es Rampen geben. „Dadurch dass sich der Belag ändert, wirst du als Autofahrer automatisch zurückgehalten. Somit bremst du schon ab.“ Die Architektinnen hoffen jetzt auf ein „Ja“ bei der Befragung. Die Pläne würden sonst in einem Archiv landen und höchstens als Vorlage für ein ähnliches Projekt dienen.

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