Navis: „Mahü“ jedenfalls Fußgängerzone

Wie die Bürgerbefragung zur Zukunft der Mariahilfer Straße ausgeht, ist ungewiss. Bei mehreren Navigationsgeräten kommt die Fußgängerzone im Frühjahr oder noch später aber auf jeden Fall in die Karten.

Seit November 2013 ist die im Sommer davor probeweise eingeführte Fußgängerzone in der Mariahilfer Straße auf den Navis der Firma TomTom sichtbar. Beim Anbieter Garmin wird die Fußgängerzone jedoch erst im April in die Karte aufgenommen - und bei Navis von Falk und Becker dauert es laut dem gemeinsamen Sprecher wahrscheinlich noch länger, der Zeitpunkt stehe noch nicht fest.

Weil die Aktualisierungen damit zum Teil erst nach der Bürgerbefragung zur Mariahilfer Straße stattfinden, kommt es zu einer kuriosen Situation, über die auch Garmin-Produktmanager Herwig Doff schmunzeln muss: „Selbst wenn die Mariahilfer Straße nach der Befragung wieder durchgängig befahrbar ist, wird die Fußgängerzone noch für mehrere Monate in den Karten sein.“ Sie scheint genaugenommen erst nach ihrer möglichen Ablehnung überhaupt auf.

Navigationsgerät im Auto
Fotolia/Cmon
Die langen Update-Prozesse bei Navis sorgen für eine kuriose Situation

Update lässt sich nicht mehr stoppen

Das Update lasse sich nicht mehr korrigieren, sagte Doff: „Wir sind bereits in der Testphase. Es wäre extrem schwierig, das jetzt wieder herauszunehmen, denn dann müsste der ganze Zyklus wieder von vorne beginnen.“ Das würde das gesamte Update stark verzögern.

Dass der Konkurrent TomTom beim Eintragen der Fußgängerzone deutlich schneller war, erklärte Doff so: „Wir sind stark abhängig vom Lieferzeitpunkt unseres externen Kartenlieferanten. Und wenn sich dieser mit unseren Verarbeitungszeiträumen überschneidet, kann es zu Verzögerungen kommen.“ TomTom habe beim Timing wohl Glück gehabt - in anderen Fällen habe dafür Garmin die Nase vorn, so Doff.

Grafik Mariahilfer Straße
APA-Grafik
Mitte März steht das Ergebnis der „Mahü“-Befragung fest

Aktualisierung von Navi-Karten aufwändig

Gelöscht werden könnte die Fußgängerzone aus den Karten erst wieder bei einem der nächsten Updates. Das heißt bei Garmin: Frühestens im September, spätestens im Dezember. Aber auch auf den TomTom-Karten bliebe die Mariahilfer Straße nach einer Ablehnung bei der Bürgerbefragung noch einige Monate verkehrsberuhigt. Ein Update sei frühestens im August möglich, so ein TomTom-Sprecher, realistischer sei es im November.

Warum dauern Kartenaktualisierungen überhaupt so lange - in Zeiten, in denen Navis live einen Stau anzeigen können? Weil es mit einem Update der Straßengeometrie nicht getan sei, so Doff: Dazu käme beispielsweise das Erstellen von neuen fotorealistischen Kreuzungsansichten und Fahrspurassistenten, sowie das Aktualisieren von wichtigen Punkten wie Tankstellen und Hotels. „Und dann muss noch getestet werden.“

Mahü-Befragung: Ergebnis bis Mitte März

Zwei bis vier Mal pro Jahr aktualisieren die meisten Anbieter ihre Navigationskarten, immer ganz Europa auf einmal. Nur bei gravierenden Änderungen gebe es Zwischen-Updates, sagte Doff - etwa wenn in einem größeren Gebiet viele Straßen umbenannt werden. Die Branche arbeite an schnelleren Lösungen, tagesaktuelle Online-Karten mit ausgefeilter Navi-Funktion seien aber noch Zukunftsmusik.

Die Zukunft der Mariahilfer Straße entscheidet sich deutlich früher: Ab 17. Februar werden die Stimmzettel an die teilnahmeberechtigten Bewohner der Bezirke Mariahilf und Neubau verschickt. Bis 7. März können sie abstimmen, das Ergebnis soll dann bis 16. März vorliegen - mehr dazu in „Mahü“: Fahrplan für Befragung fix. Die Stadtregierung hat versprochen, sich an das Ergebnis zu halten - mehr dazu in Mariahilfer Straße: Gemeinderat fixiert Befragung.

Evelyn Kanya, wien.ORF.at

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