„Das ist in Ordnung, ich freue mich“

Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) freut sich über das Ergebnis der Anrainerbefragung zur Mariahilfer Straße. „Das ist in Ordnung. Jetzt werden wir das umsetzen“, so Häupl. Er sieht eine „professionelle Zusammenarbeit“ mit den Grünen in der Stadtregierung.

„Ich sehe das jetzt so gelassen, wie ich es davor gesehen habe. Ich habe gesagt, wir werden uns daran halten. Ich freue mich über die Beteiligung, das ist eine gute Geschichte. Ich freue mich über das Ergebnis, das ist in Ordnung“, sagte Häupl gegenüber „Wien heute“. Er hoffe, dass Fußgängerzonen „wieder jenen Status bekommen, der ihnen gebührt“. Die Journalisten hätten die Mariahilfer Straße zu einer „Staatsfrage“ gemacht, das sei gut für die Beteiligung gewesen, meinte Häupl mit einem Lächeln. Es sei letztendlich aber um eine Sachfrage gegangen. „Das steht keine Ideologie dahinter.“

Weiter Radfahrer: „Kann damit leben“

Häupl und die SPÖ sprachen sich für eine Fußgängerzone mit Querungen und ohne Radfahrer aus. Die Querungen werden nach dem Votum kommen, die Radfahrer aber bleiben. „Ich kann damit leben. Wir werden natürlich Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, dass auf Ältere und auf Mütter mit Kindern Rücksicht genommen wird. Das sind die Gruppen, die das nicht so toll sehen. Wenn es so gesagt wurde, soll es so sein."

Häupl
APA/Roland Schlager
„Nachträglich stellt sich heraus: ‚Ist eh nicht schlecht.‘“

„Professionelle Zusammenarbeit mit Grünen“

Auswirkungen auf die Rolle der Grünen in der Koalition will Häupl nicht sehen. „Es ist eine sehr professionelle Zusammenarbeit mit den Grünen in der Stadtregierung. Es ist eine vertrauensvolle und sehr ordentliche Kooperation. Dass manche Sachen nicht so funktionieren, wie man sich das vorstellt, mag sein, ist aber wirklich nicht das Problem." Eine Auswirkung auf die Wiener Gemeinderatswahl 2015 wollte er aus dem Befragungsergebnis nicht ablesen: „Da werden sicher andere Dinge maßgeblich sein.“

„Ich habe dem Koalitionspartner eine SMS geschickt mit Gratulation und Freude“, so Häupl. Dennoch wird der Bürgermeister nicht an dem von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) einberufenen „Mahü-Gipfel“ am Mittwoch teilnehmen: „Wenn mich die Vizebürgermeisterin auf einen Kaffee einlädt, komme ich natürlich. Aber dieses Treffen war ausschließlich für die Klubobleute gedacht.“

Ob jetzt noch weitere Fußgängerzonen in der Stadt kommen, wollte Häupl nicht beantworten. „Wir haben viele Fußgängerzonen in der Stadt. Nicht alle sind friktionsfrei gewesen, etwa die Kärntner Straße. Nachträglich stellt sich heraus: ‚Eigentlich ist das eh nicht schlecht.‘ Das wird bei der Mariahilfer Straße auch so sein.“

53 Prozent für Fußgängerzone

Die Mariahilfer Straße bleibt eine Fußgängerzone. 53,2 Prozent der Bewohner des 6. und 7. Bezirks stimmten für die Verkehrsberuhigung. 55,9 Prozent davon befürworteten die Öffnung von mehr Querungen. 52,9 Prozent sprachen sich für das Radfahren in der Fußgängerzone aus - mehr dazu in 53 Prozent für Fußgängerzone.

Trotz des Ergebnisses können die Grünen daraus keinen Triumph machen, sagte Politikwissenschaftler Peter Filzmaier. Dafür seien zu viele Fehler passiert. Im Abstimmungsergebnis würde sich auch das Ende des Statussymbols Auto in der Innenstadt zeigen - mehr dazu in „Grüne können daraus keinen Triumph machen“.

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