Burgtheater sieht sich als „Opfer“

Die Diskussion um das Burgtheater hat auch am Wochenende keine Pause eingelegt. Das Theater sieht sich als „Opfer von Bilanzierungstricks“. Gleichzeitig wurde bekannt, dass die entlassene Vizedirektorin Silvia Stantejsky auch an Direktor Matthias Hartmann Barbeträge zahlte.

Laut „Presse“ und der Online-Ausgabe von „News“ hat Stantejsky auch Hartmann in dessen Vorbereitungszeit auf seine Direktion Honorare bar ausgezahlt. Dies sei geschehen, weil er in dieser Zeit noch kein Konto in Österreich hatte, so Hartmann. Die Vorgänge seien aber rechtens gewesen, die Honorare versteuert und nicht doppelt ausbezahlt worden.

Regie-Kosten für Hartmann-Inszenierungen aufgelistet

Gleichzeitig wollte das Burgtheater auch die Regie-Kosten für Hartmann-Inszenierungen richtig aufgeschlüsselt wissen - mehr dazu in Burgtheater: Kritik an überhöhten Gagen. In den Bilanzen seien etwa Kosten für Maskenbildner, Tontechniker und Schauspieler in die Ausgaben für die Regie-Kosten eingerechnet worden. Darüber hinaus seien dort Leistungen aktiviert worden, die mit den spezifischen Produktionen gar nichts zu tun hätten. Dies habe die laufende Buchhaltungsprüfung ergeben. Das Burgtheater sah sich in dem Zusammenhang als „Opfer von Bilanzierungstricks“.

Bachler wehrt sich gegen neue Hartmann-Darstellung

Hartmann will zudem laut Medienberichten bereits vor einigen Jahren die damalige Abschreibungspraxis des Burgtheaters kritisiert haben. Dies habe er unter anderem auch dem Chef der Bundestheater-Holding, Georg Springer, mitgeteilt - was dieser wiederum in der „Presse“ (Samstag-Ausgabe) dementierte.

Gleichzeitig stellte Hartmann eine Was-Wäre-Wenn-Rechnung an: Würde man die letzte Saison seines Vorgängers Klaus Bachler in den Jahren 2008/09 nach den heute geltenden, strengeren Abschreibungs-Regeln rechnen, käme man auf einen Bilanzverlust von 8,5 Mio. Euro - und damit auf einen um 200.000 Euro höheren Betrag als den derzeitigen Verlust von 8,3 Mio.

Das rief wiederum Bachler auf den Plan, der im „Kurier“ (Samstag-Ausgabe) und gegenüber „profil online“ die Rechenbeispiele Hartmanns zurückwies: 2008/09 sei dessen Übergangs- und Vorbereitungsspielzeit gewesen, die „dramatisch gestiegenen Verbindlichkeiten darauf zurückzuführen“. Er, Bachler, selbst habe in der Saison kaum mehr produziert. Jahresabschluss und Bilanz 2008/09 seien bereits von Hartmann unterschrieben worden.

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