Burg: Hartmann dementiert Stantejsky-Angaben

Der entlassene Burgtheater-Direktor Matthias Hartmann hat Aussagen der Ex-Vizedirektorin Silvia Stantejsky zurückgewiesen, wonach diese Honorare für ihn verwahrt habe. Die Grünen brachten am Montag eine Parlamentarische Anfrage zur Causa ein.

Sie habe die Honorare in Höhe von 293.000 Euro „aufgrund des freundschaftlichen Verhältnisses“ für ihn aufbewahrt, hatten die Stantejsky-Anwälte gegenüber „profil“ angegeben. „Das Konto für die Honorare, welche die ehemalige kaufmännische Geschäftsführerin des Burgtheaters für Matthias Hartmann verwahrte, trug die Bezeichnung ‚Burgtheater, Hauptkasse, Direktion‘, die ‚Depotscheine‘ waren im Namen der Burgtheater GmbH gezeichnet“, heißt es in der Replik der Hartmann-Anwälte.

„Für Herrn Hartmann gab es keinen Grund daran zu zweifeln, dass diese Konten nicht zum Burgtheater gehörten.“ Hartmann habe erst nach der Entlassung Stantejskys im Dezember erfahren, dass diese Honorare in der Kassa des Burgtheaters nicht mehr verfügbar waren.

Grüne wollen Verantwortung der Holding klären

Die Grünen brachten eine parlamentarische Anfrage zur Causa Burgtheater ein. „Nach der Bestellung der interimistischen künstlerischen Leitung darf nicht zur Tagesordnung übergegangen werden“, so Kultursprecher Wolfgang Zinggl. „Es gibt weiter extremen Aufklärungs- und Korrektur-Bedarf.“

Der parlamentarische Kulturausschuss habe vor allem Fragen zur Verantwortung der Bundestheater-Holding offen gelassen. „Ich glaube, man wird um eine Neustrukturierung der Holding nicht herumkommen. Aber zuerst muss genau geklärt werden, was schief gelaufen ist“, sagte Zinggl.

Konkret möchten die Grünen in ihrer Anfrage etwa wissen, wieso es der Holding verborgen bleiben konnte, dass es am Burgtheater kein funktionierendes Internes Kontrollsystem (IKS) gab und ob die interne Revision tätig geworden sei. Auch die Frage der Verantwortung für die Dienstverträge der künstlerischen Leiter an den Bühnengesellschaften der Bundestheater im Allgemeinen und jenen des entlassenen Burgtheater-Direktors Matthias Hartmann im Besonderen wird gestellt.

Schwierige Zeiten für Hartmann

In der vergangene Woche musste der entlassene Burgtheater-Direktor Selbstanzeige bei den Finanzbehörden in Österreich und der Schweiz erstatten, weil er einen Teil seiner Gage nicht versteuert haben dürfte - mehr dazu in Hartmann erstattet Selbstanzeige. Dann wurde bekannt, dass Hartmann außergerichtlich keine weiteren Jahresgagen erhalten soll - mehr dazu in Anwalt: Kein Geld für Hartmann.

Zudem wurde publik, dass offenbar unbekannte Täter auf das Auto Hartmanns geschossen hatten. Der Porsche war vor dessen Haus in Hietzing geparkt - mehr dazu in Schüsse auf Hartmanns Porsche.

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