Leopold Museum bekommt Dachaufbau

Das Wiener MuseumsQuartier wächst in die Höhe: Auf dem Dach des Leopold Museums werden ein weitgehend transparenter Veranstaltungsraum und eine öffentlich zugängliche Terrasse errichtet. Eröffnet werden soll der Zubau im Herbst 2016.

600 Quadratmeter groß soll der Veranstaltungsraum auf dem Leopold Museum werden, der laut Presseunterlagen „fast auf dem Dach zu schweben scheint“. „MQ Libelle“ wird er heißen, obwohl er vom Grundriss eher an einen Knochen als an eine Libelle erinnert. Auf der geplanten Terrasse soll es wie in den Höfen des MuseumsQuartiers „Terrassenmöbel zum Aufenthalt ohne Konsumzwang“ sowie ein Cafe geben.

Baubeginn wird im Spätherbst 2015 sein. Lediglich die oberste Etage des Leopold Museums soll im Rahmen der einjährigen Bauzeit vorübergehend gesperrt werden müssen. Geplant wurde das Projekt von denselben Architekten wie das MuseumsQuartier selbst: Manfred und Laurids Ortner. Diese hatten seit langem eine weithin sichtbare architektonische Ergänzung wie einen Leseturm gefordert. „Dem Leseturm jetzt nachzuweinen wäre verfehlt“, sagte Laurids Ortner.

Lichtinstallation macht Dachaufbau sichtbar

Dass der Dachaufbau auch tatsächlich von unten sichtbar sein wird, dafür soll eine Lichtinstallation von Brigitte Kowanz sorgen, die den Grundriss des Veranstaltungsraums aufnimmt und über die Fassadenlinie des Museumskubus auskragt. Die Künstlerin Eva Schlegel wird die Glasfassade des Pavillons mit zahlreichen kleinen Spiegelpunkten gestalten und strukturieren.

Erste Gespräche und Skizzen zu dem Dachaufbau habe es bereits vor acht Jahren gegeben, sagte der Managing Direktor des Leopold Museums, Peter Weinhäupl, am Montagvormittag bei einer Pressekonferenz. Man erwarte sich durch das Projekt eine Attraktivitätssteigerung, zudem werde das Dach künftig nicht nur mit einem Außenlift, sondern auch vom letzten Stock des Museums zugänglich sein.

Kosten auf sechs Mio. Euro geschätzt

Finanziert wird der Aufbau von der MuseumsQuartier-Gesellschaft – und zwar ohne öffentliche Mittel. Die Kosten werden auf sechs Millionen Euro geschätzt - „zum derzeitigen Projektstand plus/minus 20 Prozent“, sagte MQ-Direktor Christian Strasser. Etwa zur Hälfte werden sie aus Rücklagen und Krediten bestritten, wobei man die Kreditrückzahlungen aus den zu erwartenden Mieteinnahmen des Veranstaltungsraums tragen will. „Damit trägt sich das Projekt insgesamt selbst“, so Strasser.

Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) nannte dieses Vorhaben einen „sehr plausiblen Businessplan“ und freute sich über den „Wohlfühltermin“, den die Projektpräsentation für ihn bedeute. Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) lobte das Projekt als „eine Weiterentwicklung der sehr erfolgreichen Idee MuseumsQuartier“ und versicherte, es werde finanzierbare „Tarife für Kulturnutzer“ geben, die sich in der „MQ Libelle“ einmieten wollen.

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