Eislaufverein fürchtet um Fläche

Die Fläche zwischen Hotel Intercont und Konzerthaus soll umgestaltet werden, doch der Wiener Eislaufverein (WEV) würde den Plänen für den Umbau seines Areals nicht zustimmen, falls diese nicht geändert werden. Der WEV will mehr Klahrheit.

Das derzeitige Konzept sei zu wenig genau, wurde in einer Pressekonferenz betont. Für Diskussionen sorgt nicht zuletzt, dass dort ein 73 Meter hoher Neubau projektiert ist. Denn dieser ist im konkreten Fall nicht Stein des Anstoßes ist, wie Vereinssprecher Peter Menasse versicherte. Man wolle sich in die Debatte um die architektonische Gestaltung nämlich nicht einmischen.

Vielmehr gehe es darum, dass laut den derzeitigen Plänen die Abgrenzung der Eislauffläche vom öffentlich zugänglichen Bereich nicht sehr klar sei. Nötig sei diese aber jedenfalls: „Der Eislaufplatz ist ein Platz der Sportausübung, und die braucht entsprechende Infrastruktur“, betonte Menasse.

Hochhaus
WertInvest
Visualisierung des geplanten Projektes

Reduktion der Fläche akzeptiert der Verein nicht

Es gebe ein Buffet, Kassen und Garderoben. Auch für die Eismaschine werde Platz benötigt. „Und wir wollen natürlich weiterhin Eintritt verlangen“, urgierte der Sprecher klare Abgrenzungen. Ein jederzeit freier Zutritt zu dem Bereich, in dem der Eislaufbetrieb stattfindet, sei nicht erwünscht. Barrieren müsse es zudem aus Sicherheitsgründen geben - etwa da am Areal des Eislaufvereins auch Eishockey gespielt werde.

Das vorliegende Wettbewerbsprojekt weise somit aus heutiger Sicht Mängel auf. Eine Umsetzung sei so nicht möglich, befindet der Verein. Auch die Eisfläche dürfe nicht verkleinert werden, wird betont. Sie ist derzeit 6.000 Quadratmeter groß. Im aktuellen Projektentwurf ändert sich daran nichts.

Allerdings sieht der Entwurf eine Verlegung der Lothringerstraße vor. Sollte diese aus Widmungsgründen nicht möglich sein, müsse eine andere Lösung gefunden werden, betonte Menasse. Eine Reduktion der Fläche akzeptiert der Verein nämlich nicht.

Sommernutzung noch nicht geklärt

Angesprochen ist hier der Bauherr, also die Wertinvest von Michael Tojner. Er hatte im Februar das Siegerprojekt für das Gelände präsentiert. Der WEV ist dort Mieter - und zwar noch bis 2058. Initiator des Bauvorhabens sei man nicht, versicherte Menasse. Dieses sei auch nicht nötig, um den Verein zu retten, da dieser keine Schulden habe und nicht gerettet werden müsse.

Die Sanierung und Attraktivierung des Areals wird beim Wiener Eislaufverein zwar ausdrücklich begrüßt, es gelte aber, noch offene Fragen zu klären. Neben der fehlenden Abgrenzung sind dies laut Menasse auch ein mögliches Ausweichquartier während der Bauzeit. Und auch die Sommernutzung sei noch nicht geklärt. Derzeit findet dort „Sand in the City“ statt, das als Untermieter des Vereins in Erscheinung tritt. Ob dies weiterhin der Fall sein wird, werde erst nach Gesprächen mit dem Investor entschieden.

Und solche stehen demnächst einige an: Zunächst müsse das Konzept verdeutlicht werden, dann soll es Treffen zur Frage der Infrastruktur geben, wie der Vereinssprecher berichtete. Anschließend würden die weiteren Verhandlungen zum Gesamtprojekt folgen. Hier ist der Verein wichtiger Partner: Denn der WEV hat mit dem Investor nach eigenen Angaben eine Vereinbarung geschlossen, die alle Bedingungen enthält, unter denen die Generalversammlung des Vereins ihre Zustimmung zum Bauvorhaben geben wird.

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