Festwochen-Eröffnung mit neun Chören

Ein Orchester, neun Chöre und rund 40.000 Besucher, die ebenfalls um ihre Mitwirkung gebeten worden sind: Die Eröffnung der Wiener Festwochen auf dem Rathausplatz stand am Freitagabend ganz im Zeichen des Gesangs.

Die Eröffnung war jedoch auch als „Signal des Friedens“ gedacht, wie Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) in der Eröffnungsrede betonte. „Ich freue mich, dass wir auch in der Ukraine gesehen werden“, sagte der Gastgeber. Er hoffe, dass von Wien aus ein Signal der Solidarität für eine friedliche Entwicklung des Landes übermittelt werde. Moderator Cornelius Obonya, der gemeinsam mit Alice Tumler durch die Veranstaltung führte, verwies hingegen auf frühere Epochen und erinnerte an die russisch-türkischen Kriege und an die damit einhergehende Eroberung der Krim durch Russland.

Schauspieler Cornelius Obonya (l.) und Dirigent Cornelius Meister bei der Festwochen-Eröffnung
APA/Georg Hochmuth
Schauspieler Cornelius Obonya (l.) und Dirigent Cornelius Meister

Acht Gastchöre sangen gemeinsam

Musikalisch begann der vielstimmige Auftakt der Wiener Festwochen mit dem „Dies Irae“ aus Giuseppe Verdis „Messa da Requiem“, dargeboten vom Arnold Schönberg Chor und dem ORF Radio Symphonieorchester unter der Leitung von Cornelius Meister. Chor und Orchester wurden während des Abends von insgesamt acht Gastchören aus Bulgarien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Kroatien, Lettland, Litauen und Österreich begleitet, wobei das Ensemble Coro Siamo unter der Leitung von Florian Meierl als heimischer Beitrag fungierte.

Die Chöre präsentierten sich zunächst einzeln, letztendlich stand aber gemeinsames Singen auf dem Programm. Dargeboten wurden etwa der fünfte Satz aus Gustav Mahlers Symphonie Nr. 2 in c-Moll und der Superhit der Chorliteratur, Verdis „Va, pensiero“ aus „Nabucco“ - der sogenannte Gefangenenchor. Für den Kanon „Viva la musica“ gesellten sich zu den Mitwirkenden auf der Bühne die laut Veranstalter rund 40.000 Menschen auf dem Rathausplatz. Sie erhielten eine kurze, aber kundige Einweisung durch den Leiter des Schönberg Chors, Erwin Ortner.

Chöre unter der Leitung von Dirigent Cornelius Meister bei der Eröffnung der Wiener Festwochen
APA/Georg Hochmuth

Finale mit Europahymne

Wohl beeindruckendster - und bedrückendster - Programmpunkt war die Aufführung des Melodrams „A Survivor from Warsaw for Narrator, Men’s Chorus and Orchestra“ (op. 46) von Schönberg. Obonya las den Text, der den NS-Terror während der Niederschlagung des Aufstands im Warschauer Ghetto vor Augen führt. Wieder versöhnlich gestaltete sich das Finale mit der Europahymne, also Beethovens „Ode an die Freude“.

Sendungshinweis

Eröffnung der Wiener Festwochen in der ORF TVThek

Getreu dem Motto der Eröffnung „Europa singt“ wurde Wien kurzfristig auch verlassen: Im Rahmen einer Liveschaltung gab es auch einen musikalischen Beitrag aus der lettischen Hauptstadt Riga, der Kulturhauptstadt 2014, zu hören. Wobei sich die Bilder auch in meteorologischer Hinsicht ähnelten: Sowohl in Riga als auch in Wien waren Regenschirme zu sehen, wobei auf dem Rathausplatz zumindest der Auftakt trocken erfolgte.

Pünktlich zum französischen Sangesbeitrag - „Sous le ciel de Paris“ - schickte der Himmel erste Tropfen. Der Schauer war jedoch nur vorübergehend und auch nicht besonders stark. Und da die Temperaturen angenehm blieben, blieben auch die meisten Besucher.

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