Polizei: Demonstrantin „nicht schwanger“

Jene Frau, die am Samstag bei der Anti-Identitären-Demo nach einem Übergriff durch die Polizei ihr Kind verloren haben soll, sei laut Polizei gar nicht schwanger gewesen. Die Polizei beruft sich dabei auf den Befund aus dem Spital.

Die „Offensive gegen Rechts“, Mitorganisatorin der Demonstration, hatte am Sonntag auf Facebook mitgeteilt, dass die Frau bei den Protesten aufgrund des Vorgehens der Polizei ihr Kind verloren habe. Medien hatten darüber berichtet.

Vorwürfe gegen Polizei

Nach Ungereimtheiten um den Zustand der Frau hatte die Staatsanwaltschaft Wien am Montag angeordnet, den ärztlichen Befund im betreffenden Spital des Krankenanstaltenverbunds zu beschlagnahmen. Aus diesem ging laut Wiener Polizei-Sprecher Johann Golob hervor, dass die Frau nicht schwanger gewesen sei.

Der Vorwurf der vermeintlich schwangeren Frau lautete, dass Beamte der Wiener Polizei sie im Zuge der linken Gegendemonstration zum Marsch der „Identitären“ am vergangenen Samstag angehalten und umgestoßen hätten, worauf sie ihr Kind verloren habe.

„Offensive gegen Rechts“ kann Fall nicht klären

Am Montag hieß es von der „Offensive gegen Rechts“, dass sie von der angeblich schwangeren Frau kontaktiert worden sei. Es habe „zu keinem Zeitpunkt“ Gründe gegeben, die Aussage der Frau in Zweifel zu ziehen. Es habe auch Augenzeugenberichte gegeben, wonach die Frau von der Polizei niedergestoßen worden sei. Der Fall könne von der „Offensive“ nicht geklärt werden.

Die „Offensive“ habe keine Informationen an die Medien weitergegeben, hieß es in einer Aussendung. Auf der Website der Initiative wurden allerdings Informationen über den Vorfall angeboten, „zum Teilen mit internationalen Kontakten“.

Frau wurde ambulant versorgt

Ein Sprecher der Wiener Berufsrettung bestätigte am Montagvormittag gegenüber „Radio Wien“, dass der Rettung eine Frau, die angab, schwanger zu sein, übergeben wurde. Eingehend untersucht sei sie aber erst im Krankenhaus worden. Dort habe man die Frau am späten Samstagnachmittag ambulant versorgt und unmittelbar anschließend wieder entlassen, sagte Andrea Danmayr, Sprecherin des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV).

Golob sagte Montagvormittag, dass eine Gruppe, die am Samstag in einem Geschäftslokal in Wien-Josefstadt randaliert hätte, festgenommen wurde. Darunter sei eben jene Frau gewesen, die angab, schwanger zu sein. Man habe sie der Rettung übergeben und wegen des Verdachts auf Sachbeschädigung auf freiem Fuß angezeigt, sagt Golob.

Dieses Element ist nicht mehr verfügbar

Debatte um Kennzeichnungspflicht für Polizisten

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hat den Polizeieinsatz bei den Demos am Wochenende verteidigt, eine Kennzeichnungspflicht für Polizisten lehnt sie ab. Die Grünen fordern indes eine unabhängige Prüfung des Einsatzes - mehr dazu in Mikl-Leitner: Nein zu Kennzeichnungspflicht.

Die rechten Proteste am Samstag wurden von den „Identitären“ organisiert. Sie bezeichnen sich als weder links noch rechts und haben doch mit dem rechtsextremen Rand eines gemeinsam: Die Gegner heißen „Multikulti“ und muslimische Einwanderer - mehr dazu in fm4.ORF.at.

Links:

Werbung X