U5 fährt ab 2025 zum Elterleinplatz

Der Zeitplan für den weiteren U-Bahn-Ausbau steht fest: Die U5 bis zum Elterleinplatz soll 2025 fertig sein, die U2-Verlängerung zum Wienerberg bis 2027. Wer den Zuschlag für 150 neue Straßenbahnen bekommt, wird im November feststehen.

Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer verteidigte im Gespräch mit der APA die Entscheidung, die U5 nicht gleich in der ersten Ausbaustufe bis zum Gürtel und damit zur U6 (Michelbeuern-AKH) hochzuziehen: „Sonst wäre der U2-Ausbau später gekommen.“

Nach Eröffnung der ersten Streckenabschnitte 2023 sei vorgesehen, „dass wir zwei Jahre später zum Elterleinplatz und in weiteren zwei Jahren zum Wienerberg kommen“, so Steinbauer. Voraussetzung ist eine Einigung mit dem Bund, der 50 Prozent der Baukosten übernehmen soll. Er glaube aber nicht, dass es daran scheitern werde, schließlich gebe es auf Verwaltungs- bzw. Beamtenebene bereits ein Commitment - mehr dazu in Stadt fixiert Trassen von U2 und U5 (wien.ORF.at; 27.6.2014).

Karte U-Bahn-Ausbau
Die Grünen
Die U5 soll 2025 zum Elterleinplatz, die U2 bis 2027 zum Wienerberg fahren

Mobilitätskarte ab 2015

Auch wegen der ständigen Netzerweiterung erwarten die Wiener Linien mittelfristig steigende Passagierzahlen. „Unser Fernziel ist eine Milliarde Fahrgäste etwa bis 2020“, meinte Steinbauer. Schließlich will auch die rot-grüne Stadtregierung den Öffi-Verkehrsanteil noch etwas anheben, was angesichts wachsender Einwohnerzahlen ein deutliches Plus der Fahrgäste nach sich ziehen muss.

Dazu beitragen soll auch die „Mobilitätskarte“, die im Frühjahr 2015 eingeführt wird. Mit diesem aufgewerteten und etwas teureren Jahresticket will man unterschiedliche Fortbewegungsformen unkompliziert verknüpfen und Öffi-Stammkunden etwa Rabatte für Carsharing, Parkgaragen oder das Citybike-System gewähren - mehr dazu in Wien bekommt 2015 „Mobilitätskarte“ (wien.ORF.at; 15.1.2014).

Mehr Gelenksbusse und neue Straßenbahnen

Um den erwarteten Passagieranstieg bewältigen zu können, versuche man nicht nur Intervalle zu verdichten, sondern auch immer mehr Gelenkbusse einzusetzen. „Wir denken auch darüber nach, in Zukunft noch größere Busse zu kaufen“, so Steinbauer - mehr dazu in Neue Bim-Linien: Verhandlungen laufen (wien.ORF.at; 1.4.2014).

Modernisiert wird zudem die Straßenbahnflotte, eine Ausschreibung für bis zu 150 Niederflur-Bims läuft gerade. ULF-Hersteller Siemens und Konkurrent Bombardier rittern um den Auftrag. Steinbauer rechnet mit einer Entscheidung im November. Dass sich die beiden Fahrzeughersteller den Auftrag teilen, schließt Steinbauer aus.

Gerichtsstreit wegen Gratiszeitungen

Abseits verkehrsrelevanter Themen muss sich Steinbauer derzeit auch um Gerichtliches kümmern. Dabei geht es um die Entnahmestellen für Gratis-Zeitungen. Denn das Oberlandesgericht Wien hatte im Februar entschieden, dass neben „Heute“ auch „Österreich“ die Möglichkeit erhalten muss, entsprechende Boxen aufzustellen. Die Wiener Linien legten Rekurs ein.

Der Geschäftsführer rechnet mit einer Entscheidung im Herbst. Sollte der Gerichtsentscheid bestätigt werden und „Österreich“ tatsächlich Boxen aufstellen wollen, „muss man dann einen Modus finden, was stations- und sicherheitsverträglich ist“. Deshalb hat Steinbauer ein technisches Gutachten in Auftrag gegeben, um die Brandschutz- und Fluchtwegsituation unter die Lupe zu nehmen. Der Vertrag mit „Heute“ könnte jedenfalls neu verhandelt werden müssen. Fix ist für Steinbauer auch: „Eine automatische Verdopplung der Boxen geht sicher nicht.“

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