Naschmarkt: Zu viel Tourismus und Gastronomie

Nach 15 Jahren hat die Fleischerei Radatz ihren Naschmarkt-Stand zugesperrt. Die Initiative „Rettet den Naschmarkt“ fürchtet, dass weitere Stände geschlossen werden. Für die Initiative gibt es am Markt zu viel Tourismus und Gastronomie.

Fleischerei-Chef Peter Radatz machte gegenüber „Radio Wien“ unter anderem die fehlenden Parkplätze für den Kunden- und Umsatzrückgang verantwortlich: „Wo kein Parkplatz ist, da gibt es kein Geschäft.“ Außerdem sei der Naschmarkt zunehmend auf Gastronomie und Touristen ausgerichtet, kritisierte Peter Jaschke von der Initiative „Rettet den Naschmarkt“: „Es sind vor allem kleinere Unternehmen mit kleineren Ständen, die einfach keine Geschäftsbasis mehr vorfinden, weil mehrheitlich Touristen den Markt besuchen.“

Naschmarkt
APA/Helmut Fohringer
Die Initiative „Rettet den Naschmarkt“ fürchtet um Marktstände

66.000 Besucher pro Woche

Für das Wiener Marktamt sind die Touristen logischer Teil der wöchentlich 66.000 Besucher des Naschmarkts, sagte Sprecher Alexander Hengl: „Weil der Naschmarkt eben vor etwa hundert Jahren im Biedermeierstil gebaut wurde, ist klar, dass der Markt in den Touristenführern drinnen ist“. Was die Gastronomie betriftt, sei genau ein Drittel der Stände an Wirte vergeben, mehr dürften und werden es auch nicht sein, hieß es vom Marktamt.

Der Naschmarkt wird bis zum nächsten Jahr generalsaniert. Heuer gab es bei den Arbeiten Verzögerungen, unter anderem aufgrund von Kanalleitungen, die noch aus Ton gebaut waren - mehr dazu in Naschmarkt-Sanierung hat Verspätung (wien.ORF.at; 3.7.2014).

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