Markuslöwe jetzt am Hauptbahnhof

Der steinerne Markuslöwe, früher Wahrzeichen des Südbahnhofs, steht seit Montag im Hauptbahnhof. Der geflügelte Sandsteinlöwe wurde in die Eingangshalle des Bahnhofs gebracht und auf seinem 1,2 Meter hohen Sockel befestigt.

Ab 10. Oktober, wenn die Bahnhofshalle und das Einkaufszentrum eröffnet werden, ist der beliebte Treffpunkt für Reisende wieder öffentlich zugänglich. „‚Wir treffen uns beim Löwen‘ war ein wunderbarer Treffpunkt. Das soll er auch am neuen Hauptbahnhof sein“, sagte Karl-Johann Hartig, ÖBB-Gesamtprojektleiter für den Hauptbahnhof. Gemeinsam mit ÖBB-Testimonial Ciro de Luca befreite er die Skulptur von einer Schutzfolie.

Markuslöwe wird im Hauptbahnhof aufgestellt
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Der Markuslöwe wurde im Hauptbahnhof aufgestellt

Skulptur wurde 1873 geschaffen

Der Steinlöwe wiegt eine Tonne, ist gemeinsam mit dem Sockel drei Meter hoch und begrüßt seit 140 Jahren die Fahrgäste. Die Skulptur wurde 1873 von dem Bildhauer Josef Leimer für den zweiten Wiener Südbahnhof geschaffen und ist ein Symbol für die Zugverbindung nach Venedig.

Von den insgesamt acht venezianischen Markuslöwen, die damals noch an Erkern und Fassade angebracht waren, sind zwei erhalten. Ein Löwe steht im Schlosspark von Laxenburg, der zweite wurde mit der Fußballeuropameisterschaft im Jahr 2008 aus der Bahnhofshalle des Südbahnhofs entfernt.

Seit dem Abriss des dritten Südbahnhofs 2009 wurde der Markuslöwe in Niederösterreich gelagert, wo er restauriert und gereinigt wurde. Nun steht er bereits im vierten Bahnhof, aber immer am selben Ort.

Markuslöwe am Hauptbahnhof
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Arbeiten großteils fertig

„Wir sind mit dem Großteil der Bauarbeiten, die das gesamte Gebäude betreffen, fertig“, sagte Hartig bei der Präsentation des Löwen. Nun gehe es vor allem noch um die Baustellenreinigung und die Einrichtung der Shops. Am 10. Oktober eröffnet der Hauptbahnhof mit dem neuen Einkaufszentrum. U-Bahn und Schnellbahn werden ab dann unterirdisch zugänglich sein.

Ab 14. Dezember werden auch ICE-Verbindungen nach Deutschland vom Hauptbahnhof abfahren bzw. am Hauptbahnhof ankommen. Ab dann wird es auch zahlreiche Nachtreisezüge geben, zum Beispiel nach Berlin, Hamburg, Venedig, Verona oder Zürich. Außerdem wird acht Mal täglich eine Verbindung zum Flughafen Wien-Schwechat angeboten.

Im Umfeld sind noch einige Arbeiten zu erledigen, etwa in der Landgutgasse. Dort muss die provisorische Asphaltdecke abgefräst werden, bevor der endgültige Straßenbelag aufgetragen wird. Das bedeutet auch Verkehrsbehinderungen und Sperren bis Anfang November.

„BahnhofCity“ eröffnet am 10. Oktober

Das Einkaufszentrum im Bahnhof wird hingegen früher fertig. Am 10. und 11. Oktober werden die Bahnhofshalle und das Einkaufszentrum mit 90 Geschäften bzw. Gastronomiebetrieben mit einem großen Fest eröffnet. Sämtliche Geschäftsflächen sind bereits vermietet, heißt es von den ÖBB.

Die „BahnhofCity“ erhält auch einen multikonfessionellen Gebetsraum. Der „Raum der Stille“ bietet 30 Personen Platz und wird allen Konfessionen offenstehen. Auch rund um den Bahnhof zieht immer mehr Leben ein: Schon am Montag wird der Bildungscampus Sonnwendviertel feierlich von der Politik eröffnet.

Vollbetrieb Ende 2015

Endgültig in Vollbetrieb geht der Hauptbahnhof dann im Dezember 2015. Ab dann läuft der gesamte Fernverkehr über die eine Mrd. Euro teure Megastation in Favoriten. Laut ÖBB halten ab dann rund 1.000 Züge täglich (inklusive S-Bahn) am Hauptbahnhof - mehr dazu in Hauptbahnhof: Arbeiten auf der Zielgeraden. Noch keine Entscheidung gibt es über das angekündigte Kulturangebot auf dem Gelände - mehr dazu in Keine Kultur am Hauptbahnhof?.

Kurz vor der Eröffnung haben die Blaulicht-Organisationen eine Großübung auf dem Hauptbahnhof abgehalten. Simuliert wurde unter anderem eine Explosion, die Einsatzkräfte sollten sich Ortskenntnis über den Hauptbahnhof und das Bahnhofsgelände aneignen - mehr dazu in Übung: Panik am Hauptbahnhof.

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