45 Jahre U-Bahn-Bau in Wien

Heute vor genau 45 Jahren sind auf dem Karlsplatz die ersten Bagger aufgerollt. Es war der offizielle Startschuss zum Bau der Wiener U-Bahn. Davor hatte die Stadtregierung auf billige Straßenbahnen und vor allem die Stadtbahn gesetzt.

Mit der Stadtbahn, der heutigen Schnellbahn und einem Netz von Straßenbahnlinien glaubte man nach dem Zweiten Weltkrieg das Auslangen zu finden. Doch mit dem Wirtschaftswachstum wuchs auch das Verkehrsaufkommen, und die Straßenbahnen kamen nicht mehr voran. Eine U-Bahn wurde dennoch abgelehnt.

Stattdessen wurde nach dem Vorbild Stockholms die Straßenbahn unter die Erde gelegt, die Wiener Unterflurstraßenbahn entstand. Erste Tunnelanlagen wurden gebaut, allerdings so, dass man später einmal auch eine U-Bahn darin fahren lassen konnte.

Beschluss für U-Bahn im Jahr 1968

Mit einer neuen Generation an Politikern im Gemeinderat und neuen Stadtplanern wurde am 26. Jänner 1968 der Bau der U1 zwischen Karlsplatz und Reumannplatz im Gemeinderat beschlossen. Die Stadtbahn wurde zur U4. Die Unterflurstraßenbahn unter der Entlastungsstraße - mittlerweile Zweierlinie genannt - wandelte sich zur U2. Der Karlsplatz wurde zum zentralen Verkehrsknotenpunkt in der Stadt.

TV-Hinweis:

„Wien heute“ hat mit einem der ersten Wiener U-Bahn-Fahrer gesprochen. Den Beitrag sehen Sie am 3.11., 19.00 Uhr, ORF2 und danach online in der ORF TVThek.

Am 25. Februar 1978 begann mit der Eröffnung des ersten Teilstückes der U1 zwischen Karlsplatz und Reumannplatz für die Wienerinnen und Wiener das U-Bahn-Zeitalter. Nach der ersten Bauphase waren drei Linien unterwegs. Die U1 führte vom Reumannplatz nach Kagran, die U2 vom Karlsplatz zum Schottenring und die U4 von Hütteldorf nach Heiligenstadt.

Neue Trasse für U3

In der nächsten Bauphase wurde zum einen aus den Gürtelstadtbahnen G und GD die Linie U6, die - mit einigen zusätzlichen Trassen - nun von Floridsdorf bis Siebenhirten unterwegs ist. Ganz neu gegraben wurde die Linie U3. Zunächst war sie zwischen Erdberg und Volkstheater unterwegs, es folgten Verlängerungen bis zum Westbahnhof, zur Johnstraße und ab 1998 bis zur jetzigen Endstelle in Ottakring. Bis nach Simmering fährt die U3 seit 2000.

Das Wiener U-Bahn-Netz

Derzeit umfasst das Wiener U-Bahn-Netz 80 Kilometer und 104 Stationen.

Die nächsten Erweiterungen betrafen die U1 und die U2. Die U1 fährt seit 2006 nach Leopoldau, die U2 wurde 2008 kurz vor der Fußball-Europameisterschaft zum Ernst-Happel-Stadion verlängert. Seit 2010 fährt die U2 in die Donaustadt, zunächst mit der Endstelle Aspernstraße, seit dem Vorjahr in die Seestadt Aspern.

U1 ab 2017 nach Oberlaa

2017 wird der nächste Teilabschnitt des Wiener U-Bahn-Netzes eröffnet. Die U1 wird vom Reumannplatz Richtung Süden nach Oberlaa verlängert. Mit 19,2 Kilometern ist sie dann die längste U-Bahn-Linie Wiens. Ende September gelang bei den Bauarbeiten der letzte Tunneldurchbruch - mehr dazu in Meilenstein bei U1-Verlängerung (wien.ORF.at; 30.9.2014).

Nach jahrelangen Diskussionen wird auch die „fehlende“ Linie U5 umgesetzt. Ab 2023 soll die U5 zwischen Karlsplatz und Altem AKH fahren. Die Strecke zwischen Altem AKH und Rathaus wird neu gebaut, zwischen Rathaus und Karlsplatz wird die U5 auf der jetzigen Trasse der U2 unterwegs sein.

Gleichzeitig wird für die U2 bis 2023 eine neue Trasse Richtung Süden errichtet, die neue Endstation wird dann am Matzleinsdorfer Platz sein. Die weiteren Pläne sehen den Ausbau der U5 bis Elterleinplatz sowie der U2 bis zum Wienerberg vor, dafür sind aber noch Verhandlungen mit dem Bund über die Finanzierung notwendig - mehr dazu in U5 fährt ab 2025 zum Elterleinplatz (wien.ORF.at; 5.9.2014).

Verborgene Plätze am Karlsplatz

In der größten U-Bahn-Station am Karlsplatz werden von den Wiener Linien sporadisch Führungen zu verborgenen Plätzen angeboten. Dabei kann unter anderem die frühere Leitstelle aus den 1970er Jahren besichtigt werden - mehr dazu in Verborgene Orte in Wiens Untergrund.

Versteckt von der Öffentlichkeit sind im Wiener Untergrund die Gleisnummern 0, 7, 10 und 20. Dahinter verbergen sich Verbindungstunnel, die für den Betrieb der U-Bahnen notwendig sind. „Wien heute“ war in diesen „geheimen“ U-Bahn-Tunnel von Wien unterwegs.

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