„Pizzeria Anarchia“: 31 Festnahmen

Im Zuge der Räumung der von Punks besetzten „Pizzeria Anarchia“ im Juli in Wien-Leopoldstadt ist es zu 31 Festnahmen gekommen. Zudem wurden 55 Anzeigen erstattet. Das berichtete Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) in einer parlamentarischen Anfrage.

Die NEOS hatten die Anfrage eingebracht. Von den Hausbesetzern stammten laut Mikl-Leitner sieben aus Österreich, sieben aus Deutschland, drei aus Rumänien und je eine Person aus Großbritannien und Tunesien.

Beim Hochheben eines Demonstranten verletzt

Ein Beamter wurde beim Aufstellen eines Tretgitters am Fuß verletzt, einer erlitt beim Hochheben eines Demonstranten einen Bandscheibenvorfall. Bei der umstrittenen Räumung waren 1.400 Beamte im Einsatz, aus den Bundesländern stammten 268, wie es jetzt hieß. 33 wurden aus dem Burgenland, 80 aus Niederösterreich, 62 aus Oberösterreich, 31 aus Salzburg und 62 aus der Steiermark herangezogen. Der Einsatz kostete 870.000 Euro - mehr dazu in „Pizzeria Anarchia“: Räumung um 870.000 Euro.

Zweieinhalb Jahre von Punks bewohnt

Hintergrund des Polizeieinsatzes Ende Juli war ein rechtskräftiges Urteil über die Räumung des Hauses Mühlfeldgasse 12. Die Pizzeria Anarchia war zweieinhalb Jahre lang von Punks besetzt. Ihnen war von den Hauseigentümern selbst angeboten worden, gratis für ein halbes Jahr einzuziehen. Vermutetes Ziel: Sie sollten die letzten Mieter des Hauses hinausekeln, um die Liegenschaft gewinnbringend zu verwerten - mehr dazu in Mühlfeldgasse: Räumungsbescheid für Punks. Die Hauseigentümer wiesen die Vorwürfe zurück - mehr dazu in Geräumtes Haus: Eigentümer weist Vorwürfe zurück.

Die Aktivisten verschanzten sich im Haus und leisteten mit massiven Barrikaden Widerstand gegen die Räumung. So warfen sie Farbbeutel, faule Eier, Fäkalien und Flaschen auf die Polizisten. Ein Großaufgebot an Beamten und ein Räumpanzer und Hubschrauber waren im Einsatz. Nach stundenlangem langsamen Weiterkommen konnte die Exekutive schließlich Schritt für Schritt bis in das letzte Stockwerk vordringen - mehr dazu in Polizeigroßeinsatz beendet: Haus geräumt.

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