Anrainer gegen „Burn Out“-Zentrum

Das geplante Reha-Zentrum für psychisch kranke Menschen im Hörndlwald sorgt in Hietzing für Widerstand der Anrainer. Die Bezirksvorsteherin will andere Standorte prüfen lassen. Im Rathaus hält man aber an den Bauplänen fest.

Ganz bewusst hat sich „pro mente Reha“ - eine gemeinnützige Gesellschaft aus Linz - für den Standort Hörndlwald entschieden: Am Rande der Großstadt sollen Menschen mit Burn-Out-Diagnose wieder zu inneren Ruhe finden. Am Gelände des ehemaligen Josef-Afritsch-Heimes ist ein Therapiezentrum mit 80 Betten geplant.

Doch viele Anrainer sind besorgt. „Ich bin sehr traurig, das schöne Naturgebiet ist dann weg“, sagt eine Anrainerin gegenüber „Wien heute“. „Am Tag kommen hundert Leute her. Angestellte und Besucher“, befürchtet ein Anrainer. „Ich empfinde das als absolute Willkür, um die Bevölkerung hier zu ärgern“, meint ein anderer Anrainer.

Geplantes Reha-Zentrum in Hörndlwald
"Pro Mente Reha"
Geplantes Reha-Zentrum im Hörndlwald

Ludwig befürchtet „keine größeren Verkehrsströme“

Sozialdemokraten und Grüne im Bezirk begrüßen das Reha-Zentrum für psychisch Kranke, die FPÖ will mehr Information. Die ÖVP fordert einen alternativen Standort und möchte das Gelände renaturieren. „Wir haben massenhaft leere Flächen für medizinische Einrichtungen. Umso befremdlicher und zynischer mutet es an, wenn man das genau hierher bauen will“, sagt Bezirksvorsteherin Silke Kobald (ÖVP).

Hörndlwald
ORF
Die Franziska-Fast-Wohnhausanlage wird vermutlich abgerissen

Im Zuge des Projekts wird vermutlich auch die angrenzende Franziska-Fast-Wohnhausanlage abgerissen. Zuletzt waren in den Baracken Flüchtlinge untergebracht. 17,5 Millionen Euro wollen die Betreiber in das Reha-Zentrum investieren. Für das Grundstück erhält die Stadt eine jährliche Pacht.

TV-Hinweis:
Wien heute hat mit Anrainern und Politikern gesprochen. Den Beitrag können Sie in tvthek.ORF.at nachsehen.

Eine Verkehrszunahme befürchtet man im Rathaus nicht. „Das sind Menschen die sehr ruhig sind und auch Ruhe brauchen. Sie sind dort drei bis sechs Wochen untergebracht. Verkehrsströme größeren Ausmaßes erwarte ich hier nicht“, sagt Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ).

Noch heuer soll das Projekt „Sonnenpark“ im Gemeinderat beschlossen werden. Läuft alles nach Plan, dann fahren 2016 die Bagger auf. Die Anrainer wollen das Therapiezentrum aber unter allen Umständen verhindern, wie sie sagen. „Pro mente“ will nun im Jänner eine Infoveranstaltung abhalten.

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