Uber-Preissenkung: Taxler bleiben gelassen

Der Fahrdienst Uber hat angekündigt, die Preise in Wien in der Economy-Schiene um 15 Prozent zu senken. Die Taxiinnung spricht von „verzweifelten Dumping-Preisen, um ins Geschäft zu kommen.“ Bei Uber ist man aber mit dem Geschäftsverlauf zufrieden.

Das Ziel von Uber ist klar: Johannes Wesemann, der General Manager von Uber Wien, betont, dass man sich durch die Preisreduktion noch mehr Kunden erhoffe. Dabei sei man mit dem bisherigen Geschäftsverlauf in Wien zufrieden. Seit dem Start im Frühjahr hat sich Wien laut Wesemann zu einer der stärksten deutschsprachigen Uber-Städte entwickelt. Bei den Kunden liege man derzeit im zweistelligen Tausenderbereich, auch würden sich laufend neue Mietwagen-Partner melden.

„Dumping-Preise, um ins Geschäft zu kommen“

„Das glaube ich nicht“, sagt dazu Gökhan Keskin, der stellvertretende Obmann der Fachgrupe der Taxifahrer in der Wirtschaftskammer. Uber habe in Wien große Probleme, genügend Kunden zu bekommen. „Die Wienerinnen und Wiener nehmen das nicht so in Anspruch“, sagt Keskin. „Sie wollen jetzt mit Dumping-Preisen ins Geschäft kommen.“ Keskin bleibt aber gelassen. „Die Wiener wissen, was sie am Taxi haben, nämlich 24-stündige Erreichbarkeit, gut ausgebildete Lenker und kurze Wartezeiten von drei oder fünf Minuten“, sagt Keskin. Bei Uber würden die Wartezeiten bis zu einer halben Stunde betragen.

Uber verfügt selbst über keinen Fuhrpark, sondern vermittelt Fahrten mit Mietwägen. Die jeweiligen Betreiber müssen sich im System anmelden - und einen gewissen Prozentsatz ihrer Einnahmen an den Konzern abliefern bzw. die entsprechenden Tarife übernehmen. Kritik an Uber gibt es in vielen Städten. Die umstrittenste Dienstleistung gibt es hierzulande jedoch nicht: Privatfahrten werden in Wien nicht vermittelt.

Bisher keine Vergehen von Uber

Die Preise für die Economy-Schiene UberX wurden um 15 Prozent gesenkt. Der Mindestpreis beträgt künftig 5 statt 6 Euro. Auch die Kilometerkosten werden von 0,99 auf 0,71 Euro gesenkt. Zeitkosten und Grundgebühr (2 Euro) bleiben unverändert. Die Wiener Taxitarife wurden zuletzt vor zwei Jahren angepasst. „An eine Erhöhung wird derzeit nicht gedacht“, sagt Keskin. Der Grundpreis liegt derzeit bei 3,80 Euro tagsüber (850 Meter inkludiert) und 4,30 Euro in der Nacht (ein Kilometer inklusive). Danach kommt ein Kilometer auf 1,42 Euro. Wenn man länger unterwegs ist, sinkt der Kilometerpreis.

Bei der Wirtschaftskammer werden Verdachtsmomente gegen Uber gesammelt, konkrete Vergehen gab es bisher aber noch nicht - mehr dazu in Taxidienst Uber: Bisher keine Vergehen.

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