Burn-Out-Zentrum: Beschluss trotz Protesten

In der Gemeinderatssitzung ist das Burn-Out-Zentrum im Hörndlwald in Hietzing beschlossen worden. Die Rathaus-Opposition, Bezirksvorsteherin Silke Kobald (ÖVP) und die Anrainer hatten sich gegen das Projekt ausgesprochen.

Hietzing sei ohne Einbeziehung der Bevölkerung mit den Plänen für ein neues Reha-Zentrum im Hörndlwald konfrontiert worden, kritisierte Kobald am Freitag. Über 8.000 Unterschriften dagegen hätten nichts daran geändert, dass ein Naherholungsgebiet zerstört werden solle. Das Naturdenkmal Hörndlwald sei der falsche Ort für die an sich sinnvolle Einrichtung.

Auch Gemeinderat Anton Mahdalik (FPÖ) kritisierte die Pläne im Hörndlwald. Mit den Stimmen von SPÖ und Grünen wurde der Antrag aber angenommen.

Geplantes Reha-Zentrum in Hörndlwald
"Pro Mente Reha"
Das Burnout-Zentrum soll 2017 eröffnet werden

Das Rehabilitationszentrum für Burnout-Erkrankte soll Platz für 80 Menschen bieten, die sechs Wochen lang stationär behandelt werden. Für die Betreiberin, die „Pro Mente Reha“, scheint die abgeschiedene Wald-Ruhelage dafür ideal. Laut „Pro Mente Reha“ ist ein Pachtvertrag mit dem Immobilienmanagement der Stadt Wien ab 1. Jänner 2015 geplant, dieser soll ab 2017 in einen Baurechtsvertrag übergehen. Eine Infoveranstaltung ist für die kommenden Wochen vorgesehen.

Die Anrainer kritisieren unter anderem die Zerstörung eines Biotops. Weiters befürchten sie ein erhöhtes Verkehsaufkommen von täglich hunderten Autos durch Personal, Patienten und Besucher. Fast 8.000 Anrainer haben eine Petition gegen das Burn-Out-Zentrum unterschrieben - mehr dazu in Anrainer gegen „Burn Out“-Zentrum (wien.ORF.at; 21.11.2014).

Die Stadt entgegnet den Kritikern, dass eine Bebauung auf Landschaftsschutzgebiet ohnehin ausgeschlossen sei und weist darauf hin, dass auf dem Areal mit dem Josef-Afritsch-Heim schon bisher eine soziale Einrichtung eingerichtet war. Zuletzt war es Herberge für rund 100 Asylwerber. Das Burn-Out-Zentrum soll 2017 seinen Betrieb aufnehmen.

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