„Flexity“-Bims: Mehr Platz, weniger Türen

Die neuen „Flexity“-Straßenbahnen werden mehr Platz für Kinderwagen und Rollstühle, aber eine Tür weniger pro Garnitur haben. An Details der Innenausstattung wird noch gearbeitet, die ersten Garnituren sollen ab 2018 in Wien unterwegs sein.

Die Bestellung der Wiener Linien umfasst 119 bis 156 Züge - je nach Netzausbau und künftigen Intervallverdichtungen, hieß es am Montag in einer Pressekonferenz. In der Maximalvariante betragen die Kosten 562 Millionen Euro inklusive Wartungsvertrag für 24 Jahre. Bis 2026 soll die Tranche vollständig ausgeliefert sein und damit alle alten Hochflurstraßenbahnen ersetzen - mehr dazu in 156 Straßenbahnen von Bombardier (wien.ORF.at; 1.12.2014).

Bombardier auch bei U-Bahn-Ausschreibung

Germar Wacker, Geschäftsführer von Bombardier Österreich, freute sich über den Auftrag und betonte, dass trotz 80-prozentiger Exportquote des Wiener Werks in der Donaustadt eine starke lokale Präsenz wichtig für das Unternehmen sei. Wacker kündigte auf Nachfrage an, sich nach dem Bim-Erfolg gegen Siemens auch für die nächste U-Bahn-Ausschreibung der Wiener Linien bewerben zu wollen: „Sie können davon ausgehen, dass wir uns auch hier gerne engagieren werden.“

Die Verkehrsbetriebe haben kürzlich angekündigt, neue Züge für den Untergrund anschaffen zu wollen. Stückzahl, Lieferzeiten und Auftragsvolumen sind noch offen, die Garnituren - sie kommen derzeit aus den Siemens-Werkstätten - werden jedenfalls auf allen Linien mit Ausnahme der U6 eingesetzt. Das Ausschreibungsprozedere wird demnächst starten - mehr dazu in Neue U-Bahn-Züge gesucht (wien.ORF.at; 23.1.2015).

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Volksanwaltschaft leitete Prüfung ein

Was die neuen Straßenbahnen betrifft, sei deren Lebensdauer auf 35 bis 40 Jahre ausgelegt, sagte Günter Steinbauer, Geschäftsführer der Wiener Linien. Die Züge sind 34 Meter lang und bieten 211 Fahrgästen - und damit um exakt vier Personen mehr als die lange ULF-Variante - Platz. Außerdem sollen acht bis zehn Kinderwagen und zwei Rollstühle in das neue Modell passen. Das genaue Verhältnis von Sitz- zu Stehplätzen ist noch nicht fixiert: „Diese Details werden in den nächsten Wochen und Monaten festgelegt.“

Steinbauer versicherte heute, dass der „Flexity“ allen Normen in Sachen Barrierefreiheit gerecht werde bzw. diese teils sogar übererfülle. Nicht nur Konkurrent Siemens, auch die Volksanwaltschaft hatte hier zuletzt Zweifel angemeldet und ein Prüfverfahren eingeleitet - mehr dazu in - Volksanwaltschaft prüft Straßenbahn-Auftrag (wien.ORF.at; 26.1.2015). „Das ist keine Berg- und Talbahn, wie teilweise behauptet wurde. Es gibt geringfügige Höhenunterschiede“, diese finde man aber auch in der U6, und dort gebe es keinerlei Probleme, versicherte Steinbauer.

Anders als der Lang-ULF hat der Bombardier-Zug nur sechs statt sieben Türen. Das Ein- und Aussteigen werde dadurch aber nicht länger dauern, es gebe etwa breitere Durchgänge. Infobildschirme, Videoüberwachung und Klimaanlagen sind ebenfalls fixer Bestandteil der „Flexity“. Nach der Auslieferung der bis zu 156 Bims umfassenden Tranche wurde diesmal - anders als zu ULF-Zeiten - keine vertragliche Option auf weitere Züge festgeschrieben. Sprich: Bei weiteren benötigten Straßenbahnen muss neu ausgeschrieben werden.

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