Topstars bei Vienna Blues Spring

Mit dem Frühling kommt heuer der Blues. Ab 20. März startet das Festival Vienna Blues Spring in seine elfte Runde. 300 Musiker aus zwölf Nationen sind sechs Wochen lang zu sehen, darunter auch die Tochter von Blues-Gigant John Lee Hooker.

Den traditionellen Auftakt macht die „Open House Blues Session“ bei freiem Eintritt, organisiert von Herbert Dunkel, der schon seit Jahren zu den fixen Größen beim Vienna Blues Spring zählt. Offiziell eröffnet das mittlerweile längste Blues-Festival der Welt am 20. März mit Buddy Whittington und seiner Band.

„Blues-Legende Bernard Allison ist ebenfalls im März bei uns in Wien zu sehen“, sagte Dietmar Hoscher, künstlerischer Leiter des Vienna Blues Spring, bei der Programmpräsentation. Allison wurde durch seine Darbietungen von funkigem Blues und Blues-Rock bekannt. „Ich bin schon gespannt, was er dieses Mal tragen wird. Vielleicht kommt er wieder in Jogginghose“, sagte Hoscher. Als weitere internationale Topstars im diesjährigen Programm präsentierte Hoscher Künstlernamen wie Steve Guyger, Paul Lamb und Hundred Seventy Split. Enden wird das Festival am 30. April.

Buddy Whittington
Dietmar Hoscher
Mit seiner ersten Solo-CD kommt Whittington nach Wien

Heimische Blues-Szene besitzt hohes Potenzial

Neben internationalen Acts sind auch nationale Künstler wie Hans Theessink im Programm vertreten. „Wir wollen unseren Schwerpunkt beibehalten und die nationale Blues-Szene ebenso abbilden“, sagte Hoscher. Mit Herby & The Mudcats, Norbert Schneider, Raphael Wressnig und Ulrich Ellison ist die heimische Szene besetzt. „Wir müssen uns nicht verstecken. Österreich hat ein hohes Potenzial und kann mit den angloamerikanischen Künstlern mithalten“, sagte Hoscher.

Veranstaltungshinweis

Vienna Blues Spring, von 20. März bis 30. April. Der Festivalpass für alle Konzerte im Reigen kostet 200 Euro, ein Pass mit sechs Konzerten 100 Euro.

„Wien hat selbst eine hochwertige Szene. Mir wurde gesagt, in Deutschland sieht man Wien als Blues-Hauptstadt an, das ist eine große Anerkennung für Wien“, sagte Herbert Dunkel, der bei der Programmvorstellung mit seiner Gitarrenperformance einen kleinen Vorgeschmack auf das Festival lieferte.

Auch jungen Künstlern wird Platz im Programm geboten. „Der Blues hat kein Nachwuchsproblem“, sagte Hoscher. Mit Grainne Duffy, Wille & the Bandits, Sugar Blood Jinx und Lightnin’ Guy Verlinde und Delta Moon finden sich auch junge Nachwuchskünstler beim diesjährigen Blues-Festival.

Starke Bluesfrauen vertreten

„Mit Zakiya Hooker haben wir eine starke Bluesfrau, die ihre dramatische Lebensgeschichte in Songs verpackt“, sagte Hoscher. Ihr Vater, Blues-Gigant John Lee Hooker, prägte ihre musikalische Laufbahn von Kind an. 1991 stand sie zum ersten Mal gemeinsam mit ihm auf der Bühne und sang ein Duett. „Rührend wird auch die Rückkehr von Candye Kane, einer der bedeutendsten Bluesmusikerinnen der Gegenwart“, sagte Hoscher. Vor ihrer Krebserkrankung war sie bereits ein gefeierter Gast beim Blues-Festival. „Die Verbundenheit der Blues-Community zeigt sich darin, dass im Rahmen des Festivals 2.000 Dollar an Spendengeldern für ihre Behandlung gesammelt wurden“, sagte der künstlerische Leiter.

Candye Kane
Dietmar Hoscher
Zwischen Big-Band-Blues, Swing, Gospel und Rock bewegt sich Kane musikalisch

Neben dem klassischen Rhythm and Blues werden auch heuer wieder verwandte Spielarten wie Zydeco, Rock oder Singer/Songwriter gewagt. Unterschiedlichste Publikumskreise sollen damit angesprochen werden und für weiterhin steigende Besucherzahlen sorgen. Der traditionelle Blues kommt dabei in keiner Weise zu kurz.

„Es ist uns ein besonderes Anliegen, zunehmend auch junge Publikumsschichten anzusprechen und für den Blues zu begeistern. Der Vienna Blues Spring zeigt, wie spannend es sein kann, Blues live und in Clubatmosphäre zu erfahren und mitreißende Künstler dabei hautnah zu erleben“, sagte Wolfgang Windbacher, Veranstalter des Vienna Blues Spring.

Wiener Blues im Haus der Musik

„Die ersten Festivalpässe waren bereits verkauft, noch bevor das Programm draußen war“, sagte Windbacher. In vier Spielstätten stehen 38 Konzerte, teilweise auch Doppelkonzerte, mit 55 Bands bis 30. April auf dem Programm. Der Reigen bleibt mit 35 Konzertabenden auch heuer wieder der Hauptstützpunkt des Blues-Festivals. Das Haus der Musik wird von den österreichischen Bands Leelah Sky und Yves Blue bespielt. „Es sind zwei Formationen, die die Grenzen des Blues hinausschieben“, sagte Hoscher.

Sendungshinweis:

„Wien heute“, 20.3.2015

Acoustic Blues gibt es im Mozarthaus Vienna zu hören. Mandana Nikou und Andreas Julius Fasching zeigen hier ihr Können. Jürgen Posch präsentiert seine erste Akustik-Solo-CD und steht anschließend zusammen mit dem Mundharmonikavirtuosen Christian Sandera und Erik Trauner auf der Bühne. Auch das Radiokulturhaus ist eine der Spielstätten des Vienna Blues Spring 2015. Hier findet eine „Boogie Night an 2 Bösendorfern“ mit Martin und Sabine Pyrker, Dana Gillespie, Joachim Palden und Martin Winning statt.

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