Das Burg-Ensemble in Schwarzweiß

Der Fotograf Jim Rakete hat 77 Stars des Burgtheaters fotografiert. Dabei musste alles schnell gehen, da er „pro Nase nur eine viertel Stunde Zeit hatte“. Die Leica Galerie Wien zeigt nun das Ergebnis in der Ausstellung „Die Burg.Innenleben“.

„Ich fand es faszinierend, so ein riesen Ensemble zu fotografieren. Diesen Luxus musste ich einfach festhalten“, sagte der deutsche Fotograf Jim Rakete gegenüber wien.ORF.at. Als Fotojournalist und Fotograf wurde er durch seine meist in Schwarz-Weiß gehaltenen Porträtfotografien von Prominenten bekannt.

Ausstellungshinweis
Jim Rakete. Die Burg. Innenleben, von 25. Februar bis 16. Mai, Leica Galerie Wien, Montag bis Freitag von 10.00 bis 19.00 Uhr, Samstag 10.00 bis 18.00 Uhr.

„Es war kein Auftrag, es war eine Herzensangelegenheit von mir selbst. Ich war damals in der Premiere von Geisterhaus im Akademietheater und habe den damaligen Intendanten Matthias Hartmann getroffen und gefragt, ob er mal das Ensemble fotografiert hat. Er meinte ja, aber nicht in der Form, wie ich es mir vorstellte. Irgendwann ist Hartmann verschwunden, meine Idee aber geblieben. Und irgendwann rief dann Frau Bergmann an“, sagte Rakete, der anlässlich der Eröffnung nach Wien gereist ist.

„Es ist eine Vertrauenssache“

Innerhalb von zehn Tagen fotografierte Rakete mit der Leica M Monochrom vergangenen Sommer 77 Schauspielerinnen und Schauspieler der Burg. „Es ist eine Vertrauenssache, dass jemand sein Gesicht an mich abgibt", sagte Rakete. „Ich hatte eine viertel Stunde pro Nase. In der Zeit ist es nicht möglich, dass sich jeder total wohlfühlt. Aber es geht ja mehr darum, ob man Mut hat sich zu zeigen." Ein Lieblingsportrait habe er nicht. „Die sind mit alle nach und nach ans Herz gewachsen.“

Als Ort diente dazu die abseits gelegene Probebühne im dritten Rang des Theaters, die nur mit wenigen Requisiten ausgestattet war. „Ich habe genommen, was ich kriegen konnte. Ich hätte auch im Heizungskeller fotografiert. Es geht ja darum, dass die Figur losgelöst von der Umgebung steht“, sagte der Fotograf.

Sendungshinweis:
„Radio Wien am Nachmittag“, 25.2.2014

Was nach der Ausstellung konkret mit den Bildern passieren wird, konnte Rakete noch nicht sagen. „Ich hoffe, sie hängen dann irgendwo, wo man den Leuten ins Gesicht gucken kann. Vielleicht wird die Ausstellung auch noch woanders zu sehen sein“, sagte Rakete. Abzüge der Fotografien stehen laut der Galerie zum Verkauf. Zur Ausstellung, die bis 16. Mai zu sehen ist, ist auch ein Bildband erschienen. „Er ist wie eine kleine Hotelbibel. Kein Verlag wollte den übernehmen, also habe ich ihn selber schnell gemacht.“

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