Palais Strozzi: Blick in ein Barockjuwel

Seit zwei Jahren steht das Palais Strozzi in der Josefstadt leer. Ab Sommer soll dort das IHS forschen. Außerdem soll der Garten geöffnet werden, wünscht sich der Bezirk. „Wien heute“ hat sich ein Bild vom Zustand des Barockjuwels gemacht.

Die ehemalige Sommerresidenz der Gräfin Strozzi wurde auf verschiedene Arten genützt. So war in dem Gebäude etwa ein Mädchenpensionat untergebracht. Seit 1940 nutzte das Finanzamt des achten Bezirks das Gebäude. Seit 2012 steht das Palais leer. Pläne, in dem Gebäude Luxuswohnungen zu bauen, scheiterten am Widerstand des Bezirks und der Bevölkerung.

Palais Strozzi
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Ansicht des Palais von der Josefstädter Straße

Im Sommer soll das Institut für Höhere Studien (IHS), das derzeit in Mariahilf zuhause ist, in das Palais Strozzi übersiedeln - mehr dazu in IHS zieht ins Palais Strozzi. Das Palais wird von der Bundesimmobililengesellschaft (BIG) verwaltet. Vor dem Einzug der Wirtschaftsforscher sind noch einige Adaptierungsarbeiten notwendig, sagt BIG-Sprecher Ernst Eichinger. „Man merkt da und dort natürlich die Abnutzungsspuren. Die müssen jetzt beseitig werden, das heißt es müssen die Oberflächen behandelt werden. Da und dort gibt es Anpassungsbedarf an die Bedürfnisse des IHS. In Summe ist ein bisschen etwas zu tun. Bis Sommer sind wir auf jeden Fall fertig.“

Video: „Wien heute“-Beitrag von Norbert Fiala

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Der hintere Garten der Anlage gilt als wahrer Schatz in der dicht verbauten Josefstadt. Bis vor zwei Jahren wurde das 2.000 Quadratmeter große Areal vor allem von Finanzbeamten genutzt. Der Bezirk will den Garten jetzt öffentlich zugänglich machen, wie „Die Presse“ berichtete. Eine Öffnung würde die öffentliche Grünfläche in der Josefstadt um zehn Prozent vergrößern. Erste Entwürfe gibt es bereits.

Palais Strozzi
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Entwurf des öffentlichen Gartens

„Der Garten ist in seiner Anlage perfekt. Wir stellen uns vor, dass wir hier eine sehr naturnahe Gestaltung vornehmen und nicht viel verändern. Das heißt, möglichst viel Freiraum für Kinder und Rückzugsgebiete. Das wäre auch ein vorbildhaftes Projekt für die Stadt Wien, denn solche naturnahen Gärten für die Öffentlichkeit gibt es nicht viele“, sagt Bezirksvorsteherin Veronika Mickel-Göttfert (ÖVP).

Sendungshinweis:

„Wien heute“, 7.3.2015

Das IHS und der Bezirk werden jetzt Gespräche über die mögliche Öffnung führen. Laut BIG müssen in jedem Fall alle bestehenden Denkmalschutz- und Sicherheitsauflagen - etwa in Bezug auf die Fluchtwege - eingehalten werden. Für die Pflege, die jährlich etwa 19.000 Euro ausmachen würde, will der Bezirk selbst aufkommen.

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