Logo, Web-Auftritt: Neuer Look für Naschmarkt

Feinschliff für den Wiener Naschmarkt: Mit einem neuen grasgrünen Logo, einem Web- und App-Auftritt sowie einem neuen Bio-Eck soll der ohnehin schon meist besuchte Markt der Bundeshauptstadt künftig noch einladender werden.

Die Sanierung des Naschmarktes schreitet rasch voran: Im April startet der Bau der Begegnungszone auf der Schleifmühlbrücke, Ende 2016 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein - mehr dazu in Nächste Begegnungszone für Wien. In der Begegnungszone wird es künftig nicht mehr Fahrbahn und Gehsteig, sondern nur noch eine Ebene geben. Zusätzlich werden neue Sitzelemente aufgestellt. Aber nicht nur die Schleifmühlbrücke bekommt einen neuen Look, auch die Eingänge des Markts bei Getreidemarkt und Kettenbrücke werden erneuert.

„Wir sind gut im Zeit- und Finanzplan“, betonte die zuständige Stadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) am Montag bei einer Pressekonferenz. Die Bauarbeiten laufen seit 2010, insgesamt stecken Stadt und Bezirk 15 Millionen Euro in die Neugestaltung.

Namen für Marktgassen

Die Wege durch den Markt selbst sollen übersichtlicher werden: Die beiden Hauptgassen durch den Markt von der Kettenbrücke bis zur Schleifmühlbrücke bzw. von dort bis zum Getreidemarkt erhalten Straßennamen. Auch die beiden Plätze vor der Kapelle sowie nahe der Kettenbrücke werden getauft.

Für die Benennung hat man sich historische Marktfrauenfiguren ausgesucht: So wird es etwa eine „Minerl-Gasse“, eine „Reserl-Gasse“ sowie einen „Johanna-Bauer-Platz“ geben, erklärte der Bezirksvorsteher des sechsten Bezirks, Markus Rumelhart (SPÖ).

Naschmarkt-App als Test für andere Märkte

Damit sich sowohl Touristen als auch Einheimische zurechtfinden, bekommt der Markt, der wöchentlich durchschnittlich von 64.350 Menschen besucht wird, auch einen neuen Web-Auftritt. Auf der Homepage finden sich neben historischen Informationen und Details zur Sanierung auch ein genauer Marktplan mit der Art der Zuweisung (also beispielsweise Gastronomie, Obst und Gemüse oder Fischwaren). Auch eine App ist geplant - hier dient der Naschmarkt als Versuchskaninchen, nach und nach sollen die anderen 16 fixen Wiener Märkte folgen.

Naschmarkt
APA/HERBERT NEUBAUER

Derzeit gibt es am Naschmarkt 123 Stände, 38 davon - und damit wie in der Marktordnung vorgesehen genau ein Drittel - sind Gastrobetriebe. Somit ist die Zahl laut Frauenberger ausgeschöpft, neue Gastrolizenzen kann es erst geben, wenn ein bestehendes Lokal zusperrt. Dass der Naschmarkt in manchen Bereichen dennoch mehr an Ess- und Trinkmeile als an einen klassischen Markt erinnert, liegt daran, dass jedes Standl acht sogenannte „Verabreichungsplätze“ haben darf.

Verzicht auf Plastiksackerl

Auch in Sachen Umweltschutz will man künftig mehr tun: Fünf Standler haben sich dem Pilotprojekt „Plastikfreier Naschmarkt“ angeschlossen. Sie steigen von Plastiksackerln auf von der Stadt gesponserte Papier- und Stoffbeutel um. Geht es nach der Stadträtin, soll das Projekt dann auf den ganzen Markt ausgeweitet werden. Passend dazu wird es nun jeden Samstag ein Bio-Eck am Landparteienplatz geben, das per Fahne gekennzeichnet Produkte „direkt vom Feld auf die Teller“ bringen soll.

Der laut Frauenberger beliebteste Wiener Markt soll auch Veranstaltungsort werden: So ist unter anderem ein Textstand mit „Literatur am Naschmarkt“ (erster Termin mit Edith Kneif am 13. April) geplant, das Mariahilfer Bezirksfest wird zum zehnjährigen Jubiläum auf den Markt übersiedeln und auch das Mahnmal „Raising the Bar“, das an die homosexuellen und transgender Opfer des Nationalsozialismus erinnert, wird am 28. April hier eröffnet.

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