Manner-Einsturz ließ Umsatz einbrechen

Der Teileinsturz der Fabrik hat Manner das vergangene Geschäftsjahr verhagelt. Bis Jahresende verursachte der Einsturz einen Umsatzverlust von 10,3 Mio. Euro. Der Nettogewinn brach von 4,6 Mio. Euro auf 895.000 Euro ein.

„Mit Eintritt des Schadensfalles im Oktober wurden Einsparungspotentiale erarbeitet“, heißt es im Jahresbericht. Im Vergleich zu 2013 seien vorerst 580.000 Euro weniger ausgegeben worden. Der operative Gewinn ging von 6,7 auf 1,4 Mio. Euro zurück. Der Vorstand begründet das mit den Umsatzeinbußen.

Weniger Umsatz auch zu Jahresbeginn

Die Erlöse schrumpften von 190 auf 176 Mio. Euro. Auch für Jänner und Februar 2015 weist Manner rückläufige Umsätze aus. Der Fabrikseinsturz habe sich in den ersten beiden Monaten des laufenden Geschäftsjahres mit einem Umsatzrückgang von 2,4 Mio. Euro zu Buche geschlagen - mehr dazu in Manner-Fabrik teilweise eingestürzt (wien.ORF.at; 17.10.2014).

Fotos vom Teileinsturz der Manner-Fabrik in Hernals im Oktober 2014

Preisschwankungen bei Kakao und Haselnüssen

Bei der Kernmarke Manner hat es 2014 trotz des Fabrikseinsturzes Umsatzzuwächse gegeben, am stärksten Erlöse eingebüßt haben die Marken Napoli und Casali. In Österreich habe man Marktanteile nahezu halten können, stärker betroffen sei das Exportgeschäft gewesen, erläuterte das Wiener Traditionsunternehmen. Auf der arabischen Halbinsel setzte Manner um ein Drittel mehr um, die Exportquote ging aber von 59 auf 56 Prozent zurück.

Kakao, Haselnüsse und Co. unterlagen laut Manner im Vorjahr starken Preisschwankungen. Insgesamt gab das Unternehmen 2014 knapp 58 Mio. Euro für Rohstoffe aus. Für 2015 erwartet Manner bei den Preisen für Haselnüsse ein Allzeithoch. „Allein aus diesem Rohstoff müssen wir mit Mehrkosten in zweistelliger Millionenhöhe rechnen“, erklärte der Vorstand. Hauptverantwortlich sei eine durch Missernte hervorgerufene, noch nie da gewesene Knappheit am Haselnussmarkt, verbunden mit massiven Spekulationen. Auch der schwache Euro mache Rohstoffeinkäufe in Dollar und Pfund teurer.

Fotos von der Baustelle und der Produktion (März 2015)

Manner will Entschädigung wegen Teileinsturz

Der durchschnittliche Mitarbeiterstand stieg um zwölf auf 676 Personen. Wegen des Einsturzes ging die Betriebsleistung pro Beschäftigten aber um mehr als zehn Prozent zurück. Der Vorstand geht von einem „schwierigen“ Jubiläumsjahr 2015 aus. Der Vorsteuergewinn sollte aber im 125. Jahr nach der Gründung der Josef Manner & Comp über dem Niveau des Krisenjahres 2014 von 1,1 Mio. Euro liegen, kündigte der Vorstand im Ausblick an.

Sobald klar ist, wer den Fassadeneinsturz des Produktionsgebäudes in Wien verschuldet hat - zum Zeitpunkt des Einsturzes wurden an dem Gebäude Bauarbeiten durchgeführt -, will Manner die Schadenssumme von den betroffenen Unternehmen einfordern. Die Beweissicherung wurde mittlerweile abgeschlossen, auch ein Gerichtsgutachten liegt bereits vor. Das Stammwerk des Süßwarenherstellers in Wien-Hernals wird seit 2012 für geplante 30 Mio. Euro umgebaut. Der Konzern will seine berühmten Schnitten künftig nur noch in Wien produzieren.

Teil der Manner-Fabrik abgerissen

Während die Süßwarenfirma Manner am Donnerstag offiziell ihren 125. Geburtstag gefeiert hat, laufen im Hintergrund - nach dem Teileinsturz der Fabrik im Oktober - Sanierungsarbeiten. Mittlerweile wurde ein großer Teil des restlichen Gebäudes abgetragen - mehr dazu in Nach Einsturz: Teil der Manner-Fabrik abgerissen (wien.ORF.at; 4.3.2015).

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