Wrabetz: „Tolle Visitenkarte“

Als „tolle Visitenkarte für Österreich“ hat ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz in seiner Bilanz den Song Contest bezeichnet. Auch die Stadt freut sich über einen „riesigen Erfolg“, die Polizei sah eine „beispielgebende Zusammenarbeit“.

In einem APA-Interview zeigte sich Alexander Wrabetz „sehr stolz auf das, was unsere Teams hier abgeliefert haben“. Die internationalen Besucher haben demnach einen „ganz herausragenden Song Contest“ erlebt. "Und darüber bin ich sehr froh. Das ist auch etwas, wo wir für Österreich etwas getan haben, wo man sagen kann: Hier hat sich Österreich präsentiert mit dem Thema „Building Bridges" - musikübergreifend, länderübergreifend, unsere Rolle in der Welt und der ORF als guter Dienstleister“, so Wrabetz.

Alexander Wrabetz und Måns Zelmerlöw
ORF/Roman Zach-Kiesling
ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz mit Song Contest-Sieger Måns Zelmerlöw

Budget wird „sicher“ eingehalten

Das Budget von 15 Millionen Euro wird laut Wrabetz „sicher“ eingehalten. Neben dem Budget waren für ihn die Einhaltung von Qualität und Zeit wesentlich: „Alle drei Dinge haben wir in einer Weise abgeliefert, wo es ganz lange nachzudenken gilt, was man hätte besser machen können. Es ist wirklich gut gelaufen. Ich kenne viele Song Contests, und andere, die noch mehr Song Contests kennen, haben mir gesagt: So etwas hat es noch nicht gegeben in der Geschichte. Ohne Selbstlob kann man stolz sein darauf, was der ORF, was Wien, was Österreich hier abgeliefert hat.“

Nächstes Jahr in Schweden wird Österreich „ganz sicher“ wieder dabei sein: „Wir haben jetzt schon bei den Quoten gesehen, dass Österreich wieder ein Song-Contest-Land geworden ist. Ich glaube, jeder ist stolz darauf, was hier aus Österreich von österreichischen Profis in die Welt gesendet wurde. Deshalb werden wir nächstes Jahr ganz sicher wieder dabei sein.“

Rekordquote: 1,9 Mio. Zuschauer beim Finale

Das Song Contest-Finale hat dem ORF am Samstag eine Rekordquote eingebracht: Bis zu 1,9 Mio. Zuschauer verfolgten in Österreich das Spektakel in der Stadthalle. Das sind die besten ESC-Werte für den Sender überhaupt. Das Voting, das kurz vor Mitternacht startete, ließen sich 1,645 Mio. Seher nicht entgehen (71 Prozent Marktanteil). Bei der Entscheidung waren es schließlich 1,510 Mio. Personen und erneut ein Marktanteil von 71 Prozent, als Mans Zelmerlöw zum Sieger gekürt wurde. Insgesamt erreichte der ORF mit der Song Contest-Berichterstattung in der vergangenen Woche 5,869 Mio. Menschen (weitester Seherkreis).

Begeisterung bei den Song Contest-Fans in der Stadthalle

Oxonitsch: „Überwältigendes Echo“

Auch die Stadt Wien sieht einen „riesigen Erfolg, den man gar nicht hätte erwarten können“, wie der zuständige Stadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ) am Sonntag meinte.

Christian Oxonitsch vor dem Song Contest in der Stadthalle
APA/Helmut Fohringer
Christian Oxonitsch

Nicht nur die Stimmung sei großartig gewesen, auch von den internationalen Gästen und Delegationen habe es viel Lob gegeben, berichtete Oxonitsch. „Das internationale Echo war überwältigend. Selbst die EBU hat gesagt, sie haben das noch nie erlebt, dass eine ganze Stadt so hinter dem Event steht.“

Oxonitsch versicherte, dass die Budgets vonseiten der Stadt gehalten haben. Die Stadthalle sei als Halle mitten in der Stadt, in der alles von Pressezentrum bis Green Room vereint war, ein „Riesenasset“ für alle gewesen. „Die alte Dame hat sich gut bewährt“, so Oxonitsch.

Verbesserungen in der Stadthalle

Auch Stadthallenchef Wolfgang Fischer beteuerte am Sonntag, mit dem veranschlagten Budget von 8,89 Millionen Euro ausgekommen zu sein: „Selbstverständlich, dazu sind wir gegenüber der Stadt und den Menschen verpflichtet.“ Zudem habe man darauf geachtet, nachhaltige Verbesserungen zu schaffen. LED-Technologie, barrierefreie Zugänge, erweiterte Premium-Bereiche und sanierte Sanitäranlagen würden auch allen künftigen Besuchern zugutekommen.

Der ESC sei jedenfalls eine „logistische Meisterprüfung für alle Beteiligten“ gewesen, denn es habe sich sicherlich um die „aufwendigste Veranstaltung, die hier seit fünf Jahrzehnten über die Bühne gegangen ist“ gehandelt, erklärte Fischer.

Makemakes beim Song Contest in der Wiener Stadthalle
APA/Georg Hochmuth
Die Makemakes erhielten für ihren Aufritt keinen einzigen Punkt

Bedauern für Makemakes

Ein Wermutstropfen war lediglich der letzte Platz für Österreichs Vertreter, die Makemakes erhielten keinen einzigen Punkt. „Die Burschen waren toll und haben vielleicht ein bisschen darunter gelitten, dass man gesagt hat, Österreich bekommt sowieso 12 Punkte für die Organisation des Events, für Conchita im Vorjahr, und man dann vergessen hat, uns Punkte zu geben für das heurige Jahr“, analysierte Alexander Wrabetz. „Es hat sich so zugespitzt auf ein Rennen der Top Drei, da sind die Makemakes ein bisschen unter die Räder gekommen“, meinte Oxonitsch.

Ein kleines weinendes Auge gab es auch bei Fischer: „Natürlich hätten wir das 2016 gern wieder gemacht, jetzt sind wir gerade gut aufgewärmt für den ESC.“ Aber auch die Kollegen in Schweden dürften diese Erfahrung gerne erneut machen, so der Geschäftsführer.

Polizei: „Neue Maßstäbe“

Die Wiener Polizei hat am Sonntag die Zusammenarbeit mit dem ORF und der Stadt Wien in einer Aussendung als „beispielgebend“ bezeichnet, es seien „neue Maßstäbe“ in punkto Sicherheit gesetzt worden. Laut Polizei kam es während der gesamten Song Contest Show-Woche zu keinen polizeirelevanten Vorfällen in Wien.

Christof Hetzmannseder, Einsatzleiter der Wiener Polizei, bedankte sich für „großartige Arbeit“: „Mein besonderer Dank gilt den Polizistinnen und Polizisten, aber auch dem ORF, der Stadt Wien sowie sämtlichen Blaulichtorganisationen und nicht zuletzt dem privaten Sicherheitsdienst. Die Zusammenarbeit während des Song Contest war beispielgebend.“

„Die Song Contest-Besucher feiern gemeinsam, egal aus welchem Land sie kommen - nicht wie bei den Fußballfans, die nur ihre Mannschaft unterstützen“, erklärte Polizeisprecher Roman Hahslinger. Zwar wurde das eine oder andere Handy als gestohlen gemeldet, doch diese Smartphones könnten auch auf „natürlichem Weg“ im Gedränge verloren gegangen sein, vermutete Hahslinger. Rund 150 Polizisten waren vor und in der Stadthalle, am Rathausplatz und bei der Regelung des Verkehrs im Einsatz, dazu kamen noch 400 private Sicherheitskräfte.

Nur drei Behandlungen durch Sanitäter

In der Stadthalle herrschte Alkoholverbot, aber auch am Rathausplatz wurde dieser zumeist in Maßen genossen. Lediglich drei Fans hatten zu tief ins Glas geschaut und mussten vom Arbeiter Samariter Bund betreut werden, so Sanitäter Thomas Zinner zur APA. Das könne auch daran liegen, dass das Publikum des Song Contests zu einem großen Teil aus Frauen bestand. Auch bei den „Volunteers“ betrug ihr Anteil rund 70 Prozent, schätzte Hahslinger.

Musik scheint generell eine beruhigende Wirkung auszuüben: Auch bei anderen größeren Events, wie etwa dem Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker in Schönbrunn, gebe es keine Probleme. Einzigartig beim Song Contest sei allerdings dessen Länge gewesen, meinte Hahslinger. Die ersten Delegationen seien ja bereits vor zwei Wochen eingetroffen.

Kritisiert wurde von einigen Fans, dass das Eurovision Village auf dem Rathausplatz schon kurz nach dem Ende der Song Contest-Übertragung geräumt wurde. Laut Veranstalter war das „logistisch notwendig“ - mehr dazu in Village-Räumung „logistisch notwendig“. So wie in der Stadthalle begannen auch auf dem Rathausplatz schon kurz nach der Übertragung die Aufräumarbeiten - mehr dazu in - Song-Contest-Bühne wird eingeschmolzen.

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