Hofreitschule bereit für 450-Jahr-Feier

Ende Juni feiert die Spanische Hofreitschule in Wien ihr 450-Jahr-Jubiläum. Geboten werden eine dreitägige Vorstellung am Heldenplatz, Sonderbriefmarke. Bildband und vieles mehr. „Es ist hektisch“, so Hofreitschulchefin Elisabeth Gürtler.

„450 Jahre - das zeigt doch eigentlich, dass eine Institution, die sich über so viel Jahrhunderte die Existenz bewahrt hat, eine Bedeutung haben muss“, meinte Gürtler. Diese habe sich im Laufe der Zeit zwar geändert, aber natürlich habe die Hofreitschule auch heute noch ihre Berechtigung. Klassische Reitkunst definiere sich durch Harmonie. Um Harmonie zu verstehen, müsse man kein Fachmann sein. Sie löse auch so positive Emotionen aus und erfreue die Menschen. „Deshalb hat sie auch eine Existenzberechtigung“, so Gürtler.

1565: 100 Gulden für erste Reitbahn

Für die Generalprobe am 25. Juni, die Jubiläumsvorführung am 26. Juni, die vom jährlichen Sommerball der Fete Imperiale abgerundet wird, sowie der Galavorführung am 27. Juni hat sich Gürtler einen „historischen Ort“ ausgesucht. Denn der Grund für die Feierlichkeiten liegt in jenem Dokument, das erstmals von einem Vorläufer der späteren Spanischen Hofreitschule berichtet.

Am 20. September 1565 wurden 100 Gulden aus dem herrschaftlichen Säckel für einen „Thumblplatz im Garten an der Purgkh alhie“ gestiftet. Diese erste offene Reit- und Turnierbahn wurde auf dem Areal des heutigen Josefsplatzes, in unmittelbarer Nähe der Hofburg, errichtet.

Viele Damen sitzen im Sattel

Heute präsentiert sich die Hofreitschule laut Gürtler als „modernes Unternehmen“: Es gebe einen Ball, viele Veranstaltungen sowie eine Eventkultur rund um die Hofreitschule. Zudem habe man auch große Fortschritte in der Zucht gemacht, habe nun viel mehr Pferde, zwei Reitermannschaften und ein hohes Niveau in der Qualität der Reiterei erreicht. Eine der offensichtlichsten Veränderungen der letzten Jahre: Auch Frauen reiten in der Spanischen Hofreitschule.

Elisabeth Gürtler
APA/Herbert Pfarrhofer
Elisabeth Gürtler

„Es tut uns gut, dass wir mittlerweile Damen im Team haben“, betonte Gürtler. Denn es zeige sich, dass es viele Pferde gebe, die gerade bei Frauen sehr zufrieden gehen. Auch in der Ausbildung von jungen Pferden hätten das geringere Gewicht und die große Geduld positive Auswirkungen. Gürtler: „Wir haben sicherlich keine Nachwuchssorgen, es melden sich unglaublich viele junge Frauen, aber auch junge Männer.“

Bücher, Sekt und Münze zum Jubiläum

Ebenfalls rosig präsentiert sich für Gürtler der Blick in die wirtschaftliche Zukunft. Der eingeschlagene Weg müsste die Hofreitschule langfristig dazu bringen, finanziell auf halbwegs akzeptablen Beinen zu stehen. Inzwischen habe man eine Eigendeckung von 90 Prozent, was mehr als jedes Museum und Theater sei.

Im Jahr der Jubiläen - Ringstraße, Staatsvertrag, Uni Wien - müsse man sich besonders anstrengen, um aufzufallen. Die Hofreitschule hat sich dafür Partner in Form von großen Unternehmen und österreichischen Traditionsbetrieben gesucht. Neben einer Jubiläumsmünze und einer Jubiläumsbriefmarke wird es zwei Bücher, eigene Weine, Sekt in einer eigens gebrandeten Flasche, eine Riedel-Glaskaraffe und einen Swarovski-Jubiläumslippizaner geben.

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