Streit über private Zimmervermieter

In den Streit über private Zimmervermieter in Wien kommt Bewegung: Nächste Woche gibt es ein Gipfeltreffen dazu im Rathaus. Die Wiener Hoteliers wollen Regeln für alle, die ihre Wohnungen privat an Urlauber vermieten.

Schätzungen der Wiener Hotellerie zufolge gibt es etwa 5.000 Wohnungen in Wien, die privat vermietet werden. Das erfolge vor allem über Plattformen im Internet. Die Vermieter müssten dieselben Pflichten auferlegt bekommen wie die Hoteliers, forderte die Obfrau der Fachgruppe Hotellerie der Wirtschaftskammer Wien, Andrea Feldbacher: „Das ist eine Bandbreite von Abführen der Ortstaxe bis hin zu Steuern und gewerberechtlichen Auflagen. Wir wollen einfach eine Gleichstellung.“

Hotelzimmer
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Auch Mietervereinigung bei Treffen dabei

Derzeit gebe es keine Kontrolle, ob Private sich an die Regeln halten und etwa die Ortstaxe zahlen. Feldbacher verlangte, „dass die Stadt Wien eine Stelle einführt, um dies zu kontrollieren. Es soll eine zentrale Kontrollstelle geben, um etwa zu schauen, ob die Ortstaxe korrekt abgeführt wird.“ Eine solche Kontrollstelle wird auch Thema beim Treffen am Dienstag im Rathaus sein. Neben den Hoteliers sind auch der Wien Tourismus und die Mietervereinigung dabei.

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Radio-Wien-Redakteur Thomas Edinger hat mit Andrea Feldbacher gesprochen

Stadt rüstet sich gegen Airbnb

Die Stadt Wien erarbeitet seit kurzem eine Strategie für den Umgang mit der Sharing-Economy. „Die Umbrüche in der Ökonomie durch das Internet finden erst jetzt statt“, so MA-23-Leiter Klemens Himpele. Die Folgen: Bestehende Strukturen des Sozial-, Steuer- und Arbeitsrechts würden infrage gestellt. „Wir gehen von 4.000 bis 5.000 Wohnungen aus, die derzeit vermietet werden. Damit hat sich der Wert im vergangenen Jahr verdreifacht.“ Es stellten sich auch Versicherungs- und Haftungsfragen - etwa wenn beim Urlaubsaufenthalt ein Wasserschaden auftritt.

Andere Städte gehen teils sehr restriktiv vor. Paris und Berlin schicken etwa Kontrollteams aus, New York hat die Vermietung von Apartments unter 30 Tage verboten, in Barcelona drohen bis zu 30.000 Euro Strafe bei illegalen Angeboten. „Ein wirkliches Role-Model in der Handhabung gibt es aber nicht“, meinte Himpele.

Auch in Wien gebe es bereits klare Gesetzesvorgaben, so Finanzstadträtin Renate Brauner (SPÖ). So sei die Weitervermietung von geförderten oder Gemeindewohnungen strikt verboten. Andere Aspekte seien aber noch ein Graubereich - mehr dazu in Stadt rüstet sich gegen Uber, Airbnb und Co..

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