Neue Copa Cagrana hochwasserfit

Auf der Copa Cagrana haben am Mittwoch zwei neue Lokale inklusive Strand in hochwassersicherer Lage eröffnet. Ein Erfolg für die Stadt Wien, die seit Jahren mit dem Generalpächter der umliegenden Gastromeile vor Gericht streitet.

Beide Lokale sind für ganzjährigen Betrieb konzipiert. Möglich macht das ein verglaster Gastraum in hochwassersicherer Lage. Zudem kann das Erdgeschoß bei Hochwasser geflutet werden, ohne dabei Schaden zu nehmen.

Bauarbeiten bis zur Eröffnung

„Wenn wieder so ein Hochwasser wie 2013 kommt, würde das dem Bau nichts anhaben“, sagte Martin Jank vom Wiener Gewässermanagement. Bis zuletzt wurde in den beiden Lokalen auf Hochtouren gehämmert und gebohrt. Die Eröffnung läutet ein neues Zeitalter auf der Copa Cagrana ein. In die neu gestalteten Lokale wird der alte Mieter Harry Mussa wieder einziehen.

Copa Cagrana Eröffnung Lokal
ORF / Laura Schrettl

Jahrelanger Streit mit Generalpächter

Nach einem jahrelangem Rechtsstreit mit dem Generalpächter Norbert Weber, der das Areal verkommen ließ, nahm die Stadt Wien die Neugestaltung der Copa in Angriff - mehr dazu in Baustart für neue Copa Cagrana. In nicht einmal vier Monaten wurden die zwei neuen Restaurants und eine Chill-Area gebaut. „Es war eine enge Bauzeit, aber in Bezug auf den Neubau der beiden Lokale hat alles geklappt“, so Jank.

Seit fünf Jahren herrscht der Rechtsreit mit Weber. Laut eines Entscheids des Verwaltungsgerichtshofs hätte dieser inzwischen die restlichen Lokale abreißen sollen. Dieser wiederum behauptet seinerseits, dass der von der Stadt initiierte Lokalneubau nicht dem Flächenwidmungsplan entspricht und 2019 wieder abgerissen werden muss - was das Rathaus dementiert.

Über die Gestaltung des gesamten Areals wird jedenfalls weiter nachgedacht. SPÖ-Umweltstadträtin Ulrike Sima kündigte einen entsprechenden Ideenwettbewerb für den Herbst an - mehr dazu in Stadt will alle Copa-Cagrana-Lokale abreißen.

„Copa Beach“ soll zum Verweilen einladen

Sima brachte zumindest ihr Prestigeprojekt Copa Cagrana rechtzeitig für den Sommer und den Wahlkampf auf Schiene. Sie eröffnete am Mittwoch die beiden neuen Lokale, mit denen die Stadt Wien einen Direkt-Pacht-Vertrag hat. 2,5 Millionen Euro hat die Umgestaltung der Gastromeile bislang gekostet.

Zugleich wird auch der von der Stadt Wien gestaltete Strandbereich eröffnet, eine temporäre Chill-Area auf den freigeräumten Flächen vor den beiden neuen Lokalen. Aufgeschütteter Sand, Pflanzen und Holzbänke sollen zum Verweilen im Strandbereich einladen. In dem frei zugänglichen Bereich „muss ich nichts konsumieren, wenn ich dort chillen möchte“ erklärt Jank. Dem Gebiet gibt die Stadträtin den Namen „Copa Beach“. Am Eingang steht bereits ein großes Schild „Willkommen am Copa Beach“ mit großem Foto von Sima.

Jank erhofft sich, dass die neue Copa "in einen geordneten Betrieb übergehen und von Erholungssuchenden und Touristen gut angenommen wird.“ Und er hofft, dass es zu keinen „unabsichtlichen Beschädigungen“ kommen wird.

„Verbesserung gegenüber Bruchbuden“

Auch Passantinnen und Passanten freuen sich über den Aufschwung an der Copa Cagrana. „Ich finde es immer positiv wenn sich etwas Neues entwickelt, optisch ist es ja auch schön anzuschauen. Gegenüber manch anderen Bruchbuden die vorher dagestanden sind, ist es auf jeden Fall eine Verbesserung.“

Ein anderer Herr meint, es sei gut für die Wirtschaft und den Tourismus, wenn mehr Leute angezogen werden. Eine Dame ist jedoch noch skeptisch: „Von einem neuen Konzept ist ja schon lange die Rede, ein bunter Mischmasch an Lokalen am Wasser finde ich immer schön.“ Doch Atmosphäre strahle das neue Gebäude für sie keine aus.

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